Kunstwerk beschädigt: Spur der Täter führt in die Köpenicker Fußballszene

Rund vier Wochen nach Aufstellung war das Kunstwerk schon wieder beschmiert und beschädigt.
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Köpenick. Gut vier Wochen stand die Betonplastik „Die sich Erhebende“ von Ingeborg Hunzinger im Luisenhain. Jetzt wurde das gerade restaurierte Kunstwerk beschädigt.

Farbschmierereien und ein abgerissener Daumen, so sieht die 600 Kilogramm schwere Figur jetzt aus. Um den mit Edelstahl armierten Daumen zu entfernen, muss rohe Gewalt, eventuell ein Tritt, im Spiel gewesen sein. Bei der rund 8000 Euro teuren Restaurierung waren die bereits früher beschädigten Hände extra noch einmal verstärkt worden. „Das nützt leider nichts, wenn fehlender Respekt vor Kunst und Freude am Zerstören zusammenkommen“, sagt Stefan Förster vom Bezirksdenkmalrat.

Wer hinter der Aktion steckt, ist noch nicht klar. Einige der Schmierereien mit dem Schriftzug „FCU“ könnten in das Umfeld von Ultra-Fans des 1. FC Union weisen. Außerdem wurde das Kürzel „ACAB“ geschmiert – welches für „All Cops are Bastards“ steht, eine englischsprachige Schmähung von Polizeibeamten. Auch das weist in den Dunstkreis von Ultras und Hooligans. „Es wird Zeit, dass sich Sportfunktionäre, Fanbetreuer und für Sport verantwortliche Politiker an einen Tisch setzen. Der Vandalismus von einem kleinen Teil der Union-Fans fällt doch auf Verein und Bezirk zurück. Nur um wie ein Hund das vermeintliche Revier des Vereins zu markieren, richten diese Möchtegern-Fans jedes Jahr für viele Ttausend Euro Schaden an Gebäuden, Straßenschildern, Laternen und sogar jetzt sogar Kunstwerken an“, sagt Stefan Förster, der auch sportpolitischer Sprecher der FDP-Abgeordnetenhausfraktion ist.

Die Berliner Woche hatte vor Kurzem erst über Schmierereien und das Verschandeln von Laternenmasten, Schaltkästen und sogar Schildern der Feuerwehr durch Aufkleber berichtet, mit denen durch Fans für den 1. FC Union Werbung gemacht wird. Mehrere Leser hatten uns bestärkt, an der Sache dran zu bleiben.

Was nun mit der Plastik „Die sich Erhebende“ geschieht, steht noch nicht fest. Vermutlich muss sie abgebaut und eingelagert werden, bis wieder Geld für eine Reparatur zur Verfügung steht.

Die Schöpferin des Kunstwerks Ingeborg Hunzinger (1915-2009) lebte bis zu ihrem Tod im Ortsteil Rahnsdorf. Von ihr gibt es weitere Werke im Bezirk, unter anderem am Püttbergeweg in Rahnsdorf und in der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche. RD
Hier dazu ein kurzes Video:

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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