Verdichtung für 40 Wohnungen
Degewo-Mieter in Spindlersfeld sind beunruhigt

Mitglieder der Mieterinitiative auf einem der Wohnhöfe an der Ottomar-Geschke-Straße.
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  • Mitglieder der Mieterinitiative auf einem der Wohnhöfe an der Ottomar-Geschke-Straße.
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Die Degewo will in Spindlersfeld zusätzlichen Wohnraum in einem bestehenden Wohngebiet schaffen. Die Anwohner sind beunruhigt.

„Im Sommer erschien ein Vermessungstrupp im Wohngebiet. Außerdem wurden Markierungen am Gehweg angebracht. Wir haben dann bei der Degewo nachgefragt. Eine Woche später gab es einen Mieterbrief“, berichtet Anwohnerin Sabine Idel.

Inzwischen ist klar, dass es Pläne für zwei zusätzliche Wohnhäuser in den beiden Innenhöfen gibt. „Wir befinden uns in einer sehr frühen Vorplanungsphase. Geplant ist eine parzielle und behutsame Nachverdichtung mit zirka 40 Mietwohnungen auf eigenem Grundstück in zwei Innenhöfen. Es könnte ab Ende 2021 gebaut werden“, teilt die Presseabteilung der Degewo auf Nachfrage mit.

Auf dem Areal zwischen Ottomar-Geschke-Straße, Färberstraße und Ahornallee bewirtschaftet die Degewo sechs Wohnblocks vom Typ Q3A, die um 1960 errichtet wurden. In den 213 Wohnungen leben rund 300 Menschen, darunter auch inzwischen hochbetagte Erstmieter. Vor den Blocks an der Ottomar-Geschke-Straße befindet sich ein schon jetzt überlasteter öffentlicher Parkplatz.

„Wenn hier nachverdichtet wird, können wir ja bald wie in italienischen Hinterhöfen die Wäscheleine zu den Nachbarn spannen“, befürchtet Kerstin Heinrich aus der Färberstraße. Deshalb hat sie gemeinsam mit Sabine Idel und weiteren Mitstreitern eine Anwohnerinitiative gegründet. Weitere Mitstreiter sind willkommen. Bei einer Unterschriftensammlung hatten sich in wenigen Tagen 180 Bewohner gegen die Verdichtung ausgesprochen. „Wir sind aber nicht grundsätzlich gegen Wohnungsbau an diesem Standort. Allerdings sollten dafür nicht unbedingt unsere grünen Höfe geopfert werden. Es gäbe zum Beispiel auch die Möglichkeit, einen Teil der Blöcke durch Zwischenbauten miteinander zu verbinden. Auch so könnte zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden“, sagt Sabine Idel. Das Vorhaben ist kein Einzelfall. Erst kürzlich hatten wir vom Widerstand der Degewo-Mieter vom Kietzer Feld berichtet. Dort plant die Degewo im gewachsenen Wohngebiet bis zu 450 weitere Wohnungen und zieht dafür sogar die Aufstockung der 60 Jahre alten Bauten in Betracht.

Die Anwohner haben eine Internetseite angelegt. Dort wird auch über die wöchentlichen Treffen und eine Onlinepetition informiert: https://www.lebenswertesspindlersfeld.de/

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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