Vor dem großen Wurf
Bildungsnetzwerk Südliche Friedrichstadt ist für Kitapreis nominiert

Martin Quente (links) zusammen mit Viktoria Deßauer und Andreas Knoke von der Kinder- und Jugendstiftung.
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  • Martin Quente (links) zusammen mit Viktoria Deßauer und Andreas Knoke von der Kinder- und Jugendstiftung.
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Martin Quente ist Handballer. Schon deshalb drängten sich aktuell Vergleiche mit dieser Sportart auf. Für die deutsche Nationalmannschaft sei das Erreichen des WM-Halbfinales das Nahziel gewesen. Ähnlich wie beim Bildungsnetzwerk Südliche Friedrichstadt das Erreichen der Endrunde um den Deutschen Kitapreis, sagt der Geschäftsführer dieses Bündnisses. "Und klar, jetzt spielen wir auf Sieg", meint er lachend. Aber ernsthaft: Die Nominierung wäre bereits ein großer Erfolg.

Jedes Jahr vergibt die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung den Kitapreis in zwei Kategorien. An einzelne Einrichtungen sowie "Lokalen Bündnissen für frühe Bildung". Zu letzteren gehört das Netzwerk Südliche Friedrichstadt.

Dort sind so ziemlich alle Bildungsträger aus dem Quartier nördlich des Halleschen Tors zusammengeschlossen: Kindertagesstätten, Schulen, soziale Einrichtungen, die Stadtteilmütter. Auch die Kita im Familienzentrum "Ritterburg" in der Ritterstraße. Ihr galt am 23. Januar der Expertenbesuch der Kinder- und Jugendstiftung.

Für den Wettbewerb können sich Einrichtungen und Initiativen zunächst schriftlich bewerben. Mehr als 1600 haben das für dieses Jahr gemacht. Anhand dieser Unterlagen wurden zunächst jeweils zehn für das Finale herausgefiltert. Entscheidend waren dabei Angaben zu vier Kriterien, auf die besonderen Wert gelegt wird. Sie lauten bei den lokalen Bündnissen Kindorientierung, Sozialraumorientierung, Partizipation und lernende Organisation.

Die Unterlagen des Bildungsnetzwerks konnten anscheinend überzeugen. Es ist schon aufgrund seiner rund 70 Akteure eine wichtiger Bestandteil im und für den Kiez. Was wiederum nur mit entsprechender Teilhabe, auch der Nutzer, funktioniert. Kinder in unterschiedlichen Altersgruppen werden angesprochen. Und dass dabei auch immer wieder neue Herausforderungen und Problemlagen entstehen, ergibt sich ebenfalls fast von selbst.

"Wir denken, dass wir gute Arbeit machen", antwortet Martin Quente auf die Frage nach der Motivation für die Bewerbung. Natürlich laufe nicht immer alles optimal und "geschimpft wird manchmal schnell". Aber allein, dass dieses Bündnis inzwischen zehn Jahre existiere, beweise bereits seine Nachhaltigkeit. Und das in einem nicht immer einfachen Umfeld, meinen Viktoria Deßauer und Andrea Knoke von der Kinder- und Jugendstiftung beim Vor-Ort-Termin in der Ritterburg. Jeder Finalist wird einer solchen persönlichen Visite unterzogen. Gerade dieser Endruck fließt jetzt in die Jurybewertung ein.

Wie er bei den beiden ausgefallen ist, haben sie natürlich nicht verraten. Nur soviel: Solche Bündnisse wie das Netzwerk Südliche Friedrichstadt wären ein Modell gerade für die künftige Bildungslandschaft.

Die Sieger des Deutschen Kitapreises werden im Mai im Tempodrom gekürt. Für den ersten Platz gibt es 25 000 Euro. Dazu werden vier zweite Preise, dotiert mit jeweils 10 000 Euro, vergeben. Im vergangenen Jahr ging eine dieser Vizemeisterschaften an die Friedrichshainer Kita "Menschenskinder" an der Fürstenwalder Straße. Vielleicht knüpft das Bildungsnetzwerk an diesen Erfolg an.

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