Nikolaus, erhalte unseren Kinderladen!

Immobilieninvestoren sollen erkennen, dass sie echte Häuser mit echten Menschen gekauft haben. Auch das war ein Wunsch der Eltern und Kinder der Kita Bande.
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  • Immobilieninvestoren sollen erkennen, dass sie echte Häuser mit echten Menschen gekauft haben. Auch das war ein Wunsch der Eltern und Kinder der Kita Bande.
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Ob der Nikolaus hier helfen kann? Auf jeden Fall schadet es nicht, ihm einige Wünsche mitzugeben.

Sie beziehen sich auf den Erhalt des Kinderladens "Bande e.V." in der Oranienstraße 202. Er ist vom Aus bedroht, nachdem der Gebäudekomplex einen neuen Eigentümer erhalten hat. 2018 soll er nach bisherigem Stand seine Räume verlassen. Dagegen protestierten die Kinder und ihre Eltern. Und das am Nikolaustag, dem 6. Dezember. Konkrete Hilfe erhoffen sie sich dabei weniger vom Weihnachtsmann, als von der Politik. Denn die "Bande" ist kein Einzelfall.

In den vergangenen drei Jahren habe es allein in seinem Bereich rund 60 Fälle von erheblicher Mietsteigerung oder Kündigung, beziehungsweise nicht Verlängern des Vertrags gegeben, sagt der Dachverband der Berliner Kinder- und Schülerläden (DaKS). Sehr stark davon betroffen sei unter anderem der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, besonders Kreuzberg.

Denn, das ist die Crux bei diesen Einrichtungen. Ähnlich wie bei Gewerbe und anders als bei Wohnungen können sie relativ einfach entmietet werden. Der Vermieter muss einfach keinen neuen Kontrakt vorlegen, wenn der alte ausläuft. Und macht er das doch, ist das fast immer mit einem weitaus größeren Betrag als bisher für die Räume verbunden. Denn eine gedeckelte Mieterhöhung gibt ebenfalls nicht.

Das zu ändern, verlangt deshalb auch der DaKS. In Milieuschutzgebieten müssten für Gewerbeflächen oder solche von sozialen oder kulturellen Einrichtungen die gleichen Regeln wie für den Wohnungsbestand gelten, ist eine seiner Forderungen. Außerdem wird das Land Berlin aufgefordert, überall dort, wo es Eigentümer von Gewerbeimmobilien ist, den Verwertungsdruck zu reduzieren, sie zum Beisiel nicht an Investoren zu verkaufen und zu bezahlbaren Mieten zur Verfügung zu stellen. Das gelte gerade auch für kommunale Wohnungsbaugesellschaften.

Ein extra Zuschuss des Landes bei teuren Mietverhältnissen wird zwar eher kritisch gesehen, denn der führe nur dazu, dass sich die Preisspirale weiter drehe. Allerdings sollte der Senat die in den Kostensätzen für Kitas enthaltenden Mietanteile deutlich erhöhen. Bisher werde dort mit einem Quadratmeterpreis von vier bis fünf Euro kalkuliert. Die geforderten Beträge würden aber inzwischen bei Minimum sechs, manchmal neun und noch häufiger bei bis zu zwölf Euro liegen. Und schließlich sollte es unkomplizierte Unterstützung auch bei Umbau oder Umzug geben. Gerade bei den selbstorganisierten Kinderläden.

Immobilieninvestoren sollen erkennen, dass sie echte Häuser mit echten Menschen gekauft haben. Auch das war ein Wunsch der Eltern und Kinder der Kita Bande.
Der Nikolaus nimmt den Wunschzettel oder Forderungskatalog entgegen.
Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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