Museum zeigt eine neue Sonderausstellung
Auf den Spuren jüdischen Lebens im Bezirk

So sah es um 1930 an der Frankfurter Allee/ Ecke Möllendorfstraße aus, als das jüdische Leben im Bezirk Lichtenberg noch florierte und es noch zahlreiche jüdische Geschäfte gab.
  • So sah es um 1930 an der Frankfurter Allee/ Ecke Möllendorfstraße aus, als das jüdische Leben im Bezirk Lichtenberg noch florierte und es noch zahlreiche jüdische Geschäfte gab.
  • Foto: Museum Lichtenberg
  • hochgeladen von Bernd Wähner

„Spuren jüdischen Lebens“ ist der Titel der neuen Sonderausstellung, die das Museum Lichtenberg im Stadthaus bis zum 26. Juni zeigt.

Sie gibt einen Überblick über das facettenreiche jüdische Leben im Bezirk bis 1933. Synagogen und jüdische Vereine gehörten zu Lichtenberg und es gab ein reges religiöses und soziales Leben. 2200 jüdische Einwohnerinnen und Einwohner zählte der damalige Stadtbezirk 1933. Noch im gleichen Jahr begann mit der NS-Herrschaft deren Ausgrenzung aus dem öffentlichen Leben. Einige konnten emigrieren, andere wurden in den Vernichtungslagern ermordet, wenige überlebten im Versteck.

Die Sonderausstellung zeichnet das Bild jüdische Lebens anhand einzelner Biographien, entlang von Objekten und Dokumenten aus dem Archiv des Museums. Dazu gehören Urkunden, Briefe und Fotografien. Ergänzt werden diese Unterlagen durch Filmmaterial und Hörstationen.

Die Geschichte der Juden in Lichtenberg dauerte nur wenige Jahrzehnte. Sie begann vor 1900, als sich Lichtenberg und Boxhagen-Rummelsburg zu Gewerbe- und Produktionsstandorten entwickelten, eigene Rathäuser erbauten und zu Orten mit städtischem Gepräge wuchsen. Viele neue Bewohner zog es hierher, unter ihnen auch jüdische. Sie waren in allen Bereichen tätig. Kaufleute und Geschäftsinhaber ließen sich in der Frankfurter Allee nieder, wie auch in der Berliner Straße in Hohenschönhausen. Andere zog es nach Karlshorst, das mit villenartiger Bebauung für eine eher gehobene Klientel errichtet wurde.

„Der Holocaust zerstörte jüdisches Leben auch in Lichtenberg nahezu vollständig. Umso erfreulicher ist es, dass die jüdische Gemeinschaft in Deutschland seit 1990 wieder wächst. Doch auch Hass und Antisemitismus nehmen wieder zu, auch in Lichtenberg. Umso wichtiger ist es zu zeigen, dass jüdisches Leben zur Geschichte und zur Gegenwart unseres Bezirks gehört“, erklärt Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke).

Zur Ausstellung gibt es Begleitveranstaltungen. Eine findet am 24. Mai statt. Dagmar Poetzsch von der Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke/Arbeitskreis Stolpersteine, stellt während einer Führung Biographien jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger vor, für die Stolpersteine verlegt und/oder Gedenktafeln angebracht wurden. Treffpunkt ist 17 Uhr am Museum an der Türrschmidtstraße 24. Am 25. Mai 18.30 Uhr gibt es einen ein Vortrag mit Daniela Fuchs. Sie stellt den Arzt Dr. Victor Aronstein (1896–1945) vor, der in Höhenschönhausen eine Praxis führte.

Die Sonderausstellung ist Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr, Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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