Anzeige

Senioren hatten die Wahl: Die Wahlbeteiligung zur Seniorenvertretung stieg um das Sechsfache

Lichtenberg. Ältere Menschen sollen das politische und gesellschaftliche Leben im Bezirk mitgestalten. Ende März wurde deshalb die bezirkliche Seniorenvertretung gewählt, das ihre Interessen artikulieren soll.

Es gibt viele Sorgen und Nöte, die ältere Menschen beschäftigen: "Was mich bewegt, ist die Vereinsamung der Senioren. Wenn der Partner stirbt, fällt man in ein tiefes Loch", schreibt die 66-jährige Erika Wierzchowski. Sie ist eine von 17 gewählten Mitgliedern der Seniorenvertretung Lichtenberg, die nun die Interessen der Senioren auf Bezirksebene gegenüber den politischen Parteien und vielen Behörden vertreten wird.

Die Mitwirkung von Senioren am politischen Leben ist gesetzlich verankert: Das Land Berlin beschloss 2006 das Seniorenmitwirkungsgesetz, auf dessen Grundlage alle fünf Jahre eine Seniorenvertretung gewählt wird.

Ende März waren mehr als 72 600 Menschen im Bezirk dazu aufgerufen worden, sich an der diesjährigen Wahl zur Seniorenvertretung Lichtenberg zu beteiligen. Wahlberechtigt waren alle Bürger des Bezirkes ab einem Alter von 60 Jahren. Die Wahlbeteiligung erreichte einen nie da gewesenen Höchststand: Insgesamt haben 5552 Personen ihre Stimme abgegeben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 7,65 Prozent. Bei der Wahl vor fünf Jahren wurde lediglich eine Beteiligung von 1,14 Prozent erreicht.

"Die Ursache für den enormen Anstieg sehe ich in der wachsenden Bekanntheit und der guten Arbeit der Seniorenvertretung in den zurückliegenden Jahren", resümiert die Sozialstadträtin Birgit Monteiro (SPD). Die 2011 gewählte Vertretung initiierte eine Bezirksseniorenversammlung, unterstützte die regelmäßig stattfindende Seniorenuniversität und nahm aktiv am Stammtisch "Pflege" der Pflegeeinrichtungen im Bezirk teil. "Wir sind froh, wenn sich Menschen für Senioren engagieren. Unser Gremium schaltete sich auch immer früh in die politischen Entscheidungsprozesse ein", sagt Jürgen Steinbrück. Zehn Jahre lang war der 77-Jährige der Vorsitzende der Seniorenvertretung. Er ist in diesem Jahr nicht mehr zur Wahl angetreten.

Insgesamt hatten sich 20 Kandidaten im Alter von 65 bis 83 Jahren zur Wahl gestellt. Von den 17 gewählten Kandidaten bekam die 67-jährige Renate Mohrs mit 2853 die meisten Stimmen. KW

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt