Nur über Stufen auf den Hügel
Rathauspark ist auch nach der Umgestaltung nicht ganz barrierefrei

Auf die Anhöhe im Rathauspark Lichtenberg führen nach den Bauarbeiten neuerdings Stufen.
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Bis zum Ende des Jahres lässt das Bezirksamt den Rathauspark neu gestalten. Doch nun gibt es Kritik vom Kreisverband der Grünen. Der Park sei auch nach dem Umbau nicht barrierefrei.

Der 1,8 Hektar große Park gleich neben dem Rathaus an der Möllendorffstraße ist eine wichtige Grünanlage. Um dem seit Jahren geäußerten Wunsch nach neuen Spielflächen nördlich der Frankfurter Allee gerecht zu werde, entstand ein etwa 230 Quadratmeter große Spielplatz. Außerdem wurde der 60 Quadratmeter große Spielplatz saniert.

Im letzten Bauabschnitt ist nun das Wegesystem erneuert worden. Unter anderem wurde der Hauptweg neu gebaut und mit Mastleuchten ausgestattet. Allerdings sind auch Stufen eingebaut worden. In einer Presserklärung erklären der Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen und die Bezirksverordneten Daniela Ehlers und Robert Pohle: „Wir bedauern, dass durch den Bau neuer Barrieren im Zuge der Neugestaltung des Rathausparks Lichtenberg Menschen mit Gehbehinderung nicht mehr wie bisher das Wegesystem nutzen können.“

Bis zur Neugestaltung waren Bereiche über Wege erreichbar, die zwar zum Teil ein leichtes Gefälle besaßen, jedoch keine Stufenanlagen, heißt es weiter. „Das hat sich nun grundlegend geändert. Neue Barrieren in wichtigen öffentlichen Freiräumen, zu denen wir den Rathauspark zählen, entsprechen nicht unserem Verständnis von Inklusion und Zugänglichkeit gemäß UN-Behindertenrechtskonvention.“ Deshalb fordern die Grünen Nachbesserungen.

Auf Anfrage erklärt der zuständige Stadtrat Martin Schaefer (CDU): „Über das Projekt wurde etliche Male in mehreren öffentlichen Gremiensitzungen und Veranstaltungen berichtet. Alle Interessierten hatten ausreichend und mehrfach Gelegenheit, sich an der einen oder anderen Stelle einzubringen. Das Bezirksamt war und ist immer für Hinweise offen.“

Er nehme die Gestaltung barrierearmer und barrierefreier Räume sehr ernst, betont Schaefer. „Leider liegt es in der Natur der Sache, dass nicht immer an allen Örtlichkeiten erstrebenswerte Ziele gleichrangig umgesetzt werden können. In solchen Fällen muss eine Abwägung erfolgen.“ Der Park sei vor Beginn der Neugestaltung nicht barrierefrei und sei es jetzt leider auch nicht, so der Stadtrat. „Er ist aber viel besser auch für Kinderwagen und Rollstühle geworden. Nur an einer Stelle wegen des Gefälles nicht.“ Hätte nicht eine Rampe statt der Stufen gebaut werden können? „Die Planer haben sich gegen die Rampe entschieden, weil das Gefälle bei Regen zu einer hohen Fließgeschwindigkeit geführt hätte“, erklärt Martin Schaefer. „Und die Rampe wäre zwölf Meter lang an der einen beziehungsweise 27,5 Meter lang an der anderen Seite geworden.“ Hinzu käme, dass ein Eingriff in den Baumbestand notwendig gewesen wäre.

Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten am Rathauspark abgeschlossen sein. In die Neugestaltung werden dann 864 000 Euro aus dem Programm Stadtumbau und 135 190 Euro an Zuschuss von der Wohnungsbaugesellschaft Howoge geflossen sein.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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