Fischerinsel-Hochhaus gestoppt: Bezirk genehmigt WBM-Wohnturm nicht

Auf der Fischerinsel vor dem Wohnturm will die WBM am Mühlendamm ein Hochhaus bauen. Der Bezirk genehmigt das Projekt nicht.
5Bilder
  • Auf der Fischerinsel vor dem Wohnturm will die WBM am Mühlendamm ein Hochhaus bauen. Der Bezirk genehmigt das Projekt nicht.
  • Foto: Dirk Jericho
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Mitte.Das auf der Fischerinsel/Ecke Mühlendamm geplante Wohnhochhaus der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) ist vorerst gestoppt. Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) hat die Bauvoranfrage der WBM negativ beschieden.

Das freie Eckgrundstück Fischerinsel/Mühlendamm ist eingezäunt, 84 Bäume bereits gefällt, die 64 Stellplätze verwaist: Doch ob das geplante Gebäudeensemble inklusive Hochaus mit knapp 200 Wohnungen gebaut wird, ist derzeit unklar. Anwohner protestieren seit Bekanntwerden der Hochhauspläne gegen den Wohnturm. Jetzt blockiert auch das Stadtplanungsamt das WBM-Neubauprojekt.

Passt nicht in die Umgebung

Das 19-geschossige Hochhaus passe nicht in die Umgebung und störe die bestehenden Strukturen, heißt es in dem abgelehnten Bauvorbescheid. Der Bereich sei „durch die sieben- bis achtgeschossige Blockstruktur, 21-geschossige Wohnhochhäuser und ein- bis zweigeschossige Gebäude geprägt. Diese drei Bebauungstypologien ziehen sich sehr restriktiv durch den gesamten Beurteilungsbereich. Das geplante Gebäude mit seinen unterschiedlichen Höhen bricht mit diesem Strukturrhythmus“, so die bezirkliche Baubehörde.

Vor einem Jahr haben Senat und WBM nach einem europaweiten Wettbewerb das Projekt des Berliner Büros DMSW zum Sieger gekürt. Demnach ist eine U-förmige Blockrandschließung entlang Fischerinsel und Mühlendamm mit acht Geschossen geplant, aus deren Sockel am Mühlendamm zur Mühlendammbrücke hin ein 19-geschossiges Hochhaus (58 Meter) emporwächst. Die sechs Hochhäuser aus den 70er-Jahren auf der Fischerinsel mit 21 Stockwerken sind 65 Meter hoch. Für Baustadtrat Carsten Spallek ist auch die Gebäudetiefe von bis zu 16,50 Meter nicht genehmigungsfähig. „Der Bebauungsplan soll nur eine Gebäudetiefe von 14 Metern festsetzen“, so Spallek.

Senat von Ablehnung überrascht

Der B-Plan I-58B wurde vor Jahren aufgestellt, aber bisher nie beschlossen. Demnach ist eine Blockrandbebauung zulässig. Ein Hochhaus ist nicht vorgesehen. Auch im Planwerk Innere Stadt der Senatsbauverwaltung von 1999 ist an der Stelle kein Hochhaus vorgesehen. Auf dem Grundstück sollten vier- bis sechsgeschossige Häuser entstehen, die sich am früheren Stadtgrundriss orientieren. Das Areal rund um die Fischerinsel gilt als Keimzelle Berlins.

Die WBM wollte das Neubauprojekt im vereinfachten Baurechtsverfahren nach Paragraph 34 durchziehen. Projekte sind demnach genehmigungsfähig, wenn sie sich in die Umgebung einfügen. Für alles andere müssen B-Pläne aufgestellt werden, bei denen die Bürger umfassend beteiligt werden müssen.

Wie es jetzt weitergeht, ist momentan unklar. Fakt ist, dass mit dem Nein vom Bezirk der Baubeginn für Ende 2016 nicht zu halten ist und das Vorhaben wesentlich teurer wird. Die WBM könnte die Entwürfe umplanen und einen neuen Bauvorbescheidsantrag einreichen. „Wir prüfen das jetzt und suchen das Gespräch mit dem Bezirk“, sagte WBM-Sprecherin Steffi Pianka. Bausenator Andreas Geisel (SPD), der das Wohnungsprojekt der landeseigenen WBM unbedingt will, ist „über die Ablehnung des Bezirkes überrascht, denn der Bezirk war bisher eingebunden“, wie Geisels Sprecherin Petra Rohland sagt. Sie geht davon aus, dass die WBM in Widerspruch gehen wird. „Als Widerspruchsbehörde werden wir dann eine Antwort geben“, so Rohland. Mittes SPD-Wahlkreiskandidat und SPD-Landeschef Jan Stöß forderte nach der Entscheidung des Bezirks Mitte „einen Neustart mit breiter Bürgerbeteiligung“. DJ

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

21 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

WirtschaftAnzeige
Wer sein Altmetall loswerden möchte, ist bei der Firma Peglow in der Soltauer Straße 27-29 genau an der richtigen Adresse.

Peglow Schrott und Metall
Bares für Schrott und Metall

Wer sein Altmetall loswerden möchte, ist bei der Firma Peglow in der Soltauer Straße 27-29 genau an der richtigen Adresse, denn hier gibt es Bargeld bei der Abgabe von Kupfer, Messing, Edelstahl, Aluminium, Zink, Blei oder Eisen sowie für Kabel. Die Mindestmenge, die abgegeben werden muss, beträgt dabei drei Kilogramm. "Für größere Mengen wird Ihnen von uns ein Container zum Sammeln zur Verfügung gestellt. Je nach Schrottmenge handelt es sich um Absetzcontainer (Mulden) oder Abrollcontainer,...

  • Bezirk Reinickendorf
  • 02.12.21
  • 54× gelesen
WirtschaftAnzeige
Das Team von Optik an der Zeile.

Optik an der Zeile
Besuchen Sie die 10. Brillenmesse vom 2. bis 4. Dezember 2021

Wir feiern unsere 10. Brillenmesse vom 2. bis 4. Dezember 2021 in den neuen Räumlichkeiten. Feiern Sie mit uns! Wir bieten Ihnen die gesamte Kollektion namhafter Designer. Baldessarini, Betty Barclay, Blackfin, Jaguar, Swarovski und Tom Tailor, alles nur bei uns! Eine riesige Auswahl und attraktive Angebote: Den gesamten Dezember bieten wir Ihnen einen Advents- und Weihnachtsrabatt von 15 %. Wer sich zur Messe entschließt eine neue Brille zu ordern, bekommt 20 % Nachlass auf die gesamte Brille....

  • Bezirk Pankow
  • 02.12.21
  • 58× gelesen
WirtschaftAnzeige
Stimmungsvoll und sicher: Der Spandauer Weihnachtsmarkt auf der Zitadelle hat bis 23. Dezember geöffnet.
10 Bilder

Lichterzauber Zitadelle
Spandauer Weihnachtsmarkt freut sich auf Besucher

Glück im Unglück: Nachdem aufgrund der Corona-Bestimmungen die Durchführung des traditionellen Spandauer Weihnachtsmarkts in der Spandauer Altstadt nicht möglich ist, fand sich eine wunderbare Alternative: Bis 23. Dezember 2021 dürfen Besucher auf der Zitadelle ein vorweihnachtliches Märchenland bestaunen. Romantisch in die schützenden Mauern der Festung eingebettet, verzaubert der Spandauer Weihnachtsmarkt in diesem Jahr mit stimmungsvollen Hütten, weihnachtlichem Naschwerk, traditionellem und...

  • Bezirk Spandau
  • 25.11.21
  • 538× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen