Mehr Lehrer, kleinere Klassen, WLAN für alle
CDU befragt die Berliner zur Schulpolitik

In der Berliner Bildungspolitik sieht die CDU viele Defizite und hat darum eine Umfrage gestartet.
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Die Berliner CDU hat eine Bildungsumfrage zur Schulorganisation, digitalen Unterricht, Klassenstärken und Lehrkräften in Auftrag gegeben. Über vier Wochen wurden mehr als 47 000 Berliner interviewt – auch in Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg.

Berlins Schulpolitik ist nicht nur im Corona-Chaos ein regelmäßiger Aufreger – vor allem bei Eltern. Nun hat sich die Berliner CDU-Fraktion die Situation etwas genauer angeschaut. „Nach 25 Jahren SPD-Bildungssenatoren und zum Ende des Schulhalbjahres veröffentlichen wir die größte repräsentative Bildungsumfrage der Stadt“, heißt es aus der Fraktion. Von Mitte Dezember 2020 bis Mitte Januar 2021 hat das Berliner Team des Instituts wahlkreisprognose.de insgesamt 47 555 Berliner befragt. Im Bezirk Mitte waren es 4035, in Friedrichshain-Kreuzberg 3347.

89,6 Prozent stimmen in Mitte dem Vorschlag zu, alle Schulen zügig an das Breitbandnetz anzuschließen und mit leistungsfähigem WLAN auszustatten. In Friedrichshain-Kreuzberg sind 90 Prozent der Befragten dafür. In Mitte sind 86 Prozent und in Friedrichshain-Kreuzberg 87 Prozent der Meinung, es müsse überall eine Schulcloud bereitgestellt und nutzbar gemacht werden. 76,5 Prozent teilen in Mitte die Ansicht, Schüler und Lehrer sollten digitale Endgeräte kostenlos auf Leihbasis bereitgestellt bekommen. In Friedrichshain-Kreuzberg sind es 75,5 Prozent.

Viel Zustimmung für Vorschulklassen

Im direkten Zusammenhang mit Corona standen Thesen wie Schnelltests in allen Schulen, was in Mitte 66,5 Prozent gut finden und Friedrichshain-Kreuzberg 68,5. Luftfiltergeräte in allen Klassenzimmern befürworten in Mitte 73,5 Prozent, in Friedrichshain-Kreuzberg 75 Prozent. Auch für hybride Unterrichtsmodelle mit Präsenz- und Fernunterricht sprechen sich in beiden Bezirken mehr als 70 Prozent der Befragten aus.

Die Schulorganisation war ein weiterer Schwerpunkt in der Befragung. Etwa die Idee eines flexiblen Unterrichts an Vor- und Nachmittagen, um kleinere Klassen zu erreichen. Dem stimmen in Mitte 68,5 und in Friedrichshain-Kreuzberg 67,5 Prozent zu.

Mehrheitlich bejaht wird in beiden Bezirken auch der Vorschlag, Vorschulklassen wiedereinzuführen. In Mitte sind 73,5 Prozent dafür, in Friedrichshain-Kreuzberg 69,5 Prozent. Ausgefallenen Unterricht mit freiwilligen Ferienschulen auszugleichen, halten rund 64 Prozent aller Befragten für eine gute Idee.

Zwei Drittel für Verbeamtung

Einer 110-prozentigen Ausstattung aller Schulen mit Lehrkräften stimmen in Mitte 74,5 Prozent zu, in Friedrichshain-Kreuzberg 73,5 Prozent. In Fächern wie Deutsch und Mathematik sollten nur voll ausgebildete Pädagogen anstatt Quereinsteiger eingesetzt werden: Dazu sagen in Mitte 63,5 Prozent Ja und in Friedrichshain-Kreuzberg 58,5 Prozent. Diese Werte sind in der Umfrage eher unterdurchschnittlich. Die Lehrer in Berlin wieder zu verbeamten, um damit auch das Abwandern in andere Bundesländer zu verhindern, befürworten in beiden Bezirken zwei Drittel der Befragten.

Fazit für die CDU-Fraktion: „Die deutliche Mehrheit unterstützt unsere Vorschläge für bessere Bildung, kleinere Klassen, die Pflicht zum digitalen Lehrerführerschein, ein leistungsfähiges Schul-WLAN und wie die Schulen insgesamt wieder nach vorne kommen“, sagt Sven Rissmann, Abgeordneter für den Wedding. Auch alle Vorschläge zur Schulorganisation und zur technischen Ausstattung erhielten Unterstützung ebenso wie die Initiativen der Bildungspolitik in Pandemie-Zeiten. „Das ist für uns ermutigend. Offenbar treffen wir den Nerv der Berliner.“ Sowohl die Beteiligung als auch die Ergebnisse der Umfrage hätten gezeigt, dass das Thema Schule einen sehr hohen Stellenwert habe. Nach Ansicht der CDU hat der aktuelle rot-rot-grüne Senat hier die größten Defizite.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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