Ex-Junkie klärt Schüler über Suchtgefahren auf

Ex-Junkie Klaus Großer im Gespräch mit Jugendlichen.
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Wedding. "Meine eigene Geschichte ist die beste Abschreckung", sagt Klaus Großer. Und die hat der Ex-Junkie in den vergangenen sechs Jahren im Brunnenviertel oft erzählt: in Schulen, Jugendclubs und sozialen Einrichtungen - und immer auf Augenhöhe mit den jungen Leuten.

Der große, tätowierte Mann erzählt, wie die Sucht über fast zwei Jahrzehnte sein Leben bestimmte. Mit 15 fing er an, Gras zu rauchen, probierte später LSD und Amphetamine und nahm schließlich Kokain.

Durch Bekannte geriet er auf diese Abhängigkeitsspur. "Ich fühlte mich plötzlich wohl und gebraucht und bin immer tiefer in diesen Sumpf geraten", sagt er ganz offen über sein früheres Leben. Er schildert drastische Erlebnisse und manchmal für den Zuhörer kaum erträgliche Details aus der Zeit, als er im Gefängnis saß.

Großer spricht von seinen Problemen, von seinen Wegen und Umwegen als Junkie. In seiner Stimme klingt dann plötzlich Stolz mit an, als er sagt: "Ich bin seit elf Jahren abstinent."

Gemeinsam mit engagierten Polizisten des Abschnitts 36 in der Pankstraße schafft es der 46-Jährige, dass pubertierende Jugendliche ihm zuhören, sich interessieren und einbringen. Aber warum hat der ehemalige Abhängige eigentlich die Seiten gewechselt? "Weil ich den Jugendlichen klar machen möchte, nehmt keine Drogen, denn dadurch macht ihr euch die Zukunft kaputt", sagt Klaus Großer.

Und das Interesse an dem Projekt "Wir lassen uns nicht betäuben" im Brunnenviertel ist groß. Es war die Berliner Polizei selbst, die im Juli 2008 eine Netzwerkinitiative startete. Dazu schloss sich der Polizeiabschnitt 36 im Brunnenviertel mit anderen Partnern zusammen, um gemeinsam gegen Drogenmissbrauch und -handel bei Jugendlichen zu kämpfen.

Wenn der Ex-Junkie seither mit einem Beamten in lockerer Gesprächsrunde sitzt, teilen sie sich die Aufgaben. Klaus Großers eindrucksvolle Beschreibungen ergänzt der Polizist um die rechtlichen Konsequenzen, die bei Drogenkonsum drohen.

Als erste Reaktion erlebt Großer zumindest ein Nachdenken bei den Jugendlichen. Und bei solch einem Thema drucksten sie natürlich auch zunächst herum. Doch im Verlauf solcher Veranstaltungen berichten Schüler sogar von ihren eigenen Drogenerlebnissen.

Und ihre Neugier ist groß, sie stellen jede Frage - eben auch unbequeme. Und Großer antwortet schonungslos. "Es ist schon interessant, solche Dinge mal von jemandem zu hören, der das wirklich erlebte", sagt Gino, der beim Weddinger Verein "Schule und Beruf" gerade seinen Abschluss macht.

Diese Einrichtung in der Wriezener Straße besucht Klaus Großer regelmäßig. Im Durchschnitt führt er pro Woche zwei Diskussionsrunden im Bezirk durch.

Das Interesse an dem ehrenamtlich geführten Aufklärungsprojekt ist riesig. An eine Ausdehnung auf andere Berliner Bezirke denkt die Polizei allerdings nicht.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet auf www.wir-lassen-uns-nicht-betäuben.de.
Steffi Bey / bey
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Lokalredaktion aus Mitte

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