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Fünf Bewerbungsmythen und was an ihnen dran ist

Für das Vorstellungsgespräch recherchieren: Bewerber sollten sich schon im Vorfeld ein realistisches Bild über das branchenübliche Gehalt für die ausgeschriebene Position machen.
  • Für das Vorstellungsgespräch recherchieren: Bewerber sollten sich schon im Vorfeld ein realistisches Bild über das branchenübliche Gehalt für die ausgeschriebene Position machen.
  • Foto: Anastasia Gepp/Pixabay
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Einige Gerüchte rund um das Thema Bewerbung halten sich hartnäckig – vom Anschreiben über die Selbstpräsentation bis hin zur Gehaltsfrage. Aber wo ist wirklich etwas dran? Und welche Annahmen sind längst überholt?

Die Jobplattform StepStone befragt regelmäßig tausende Recruiter und Bewerber und weiß, was bei der Jobsuche zählt. Auf Basis der neuesten Erkenntnisse räumen die Experten von StepStone mit den beliebtesten Bewerbungsmythen auf.

1 Wenn ich viele Jobs hatte, gelte ich als Job-Hopper.

Falsch. Der Arbeitsmarkt wird zunehmend dynamischer und schnelllebiger – das wissen auch die Personaler. Aktuelle Studien zeigen, dass die Wechselbereitschaft von Arbeitnehmern in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Jobs sind immer häufiger projektbezogen oder haben eine befristete Vertragslaufzeit. "Je nach Aufgabenprofil in der ausgeschriebenen Stelle bewerten Personaler es sogar positiv, wenn der Bewerber in vielen unterschiedlichen Bereichen in kurzer Zeit Erfahrungen gesammelt hat – das beweist Flexibilität und Anpassungsfähigkeit", sagt StepStone Karriereexpertin Inga Rottländer. "Hat man sich beruflich sehr häufig verändert, ist es ratsam, den Grund im Lebenslauf unter der jeweiligen Station kurz zu nennen – zum Beispiel ein Umzug", sagt Rottländer.

2 Personaler interessieren sich nicht für meine Social Media Auftritte.

Stimmt nicht. Laut einer StepStone-Studie recherchiert immerhin knapp jeder zweite Recruiter im Internet nach Informationen zu den Bewerbern. Die wichtigsten Quellen sind dabei Google und soziale Netzwerke. "Es ergibt durchaus Sinn, vor der Jobsuche einmal in die Rolle des Personalers zu schlüpfen und seinen Namen in die Suchmaske einzugeben. So lässt sich leicht nachprüfen, welche persönlichen Informationen im Netz kursieren und welchen Eindruck der Recruiter dadurch von mir gewinnt", empfiehlt Rottländer.

3 Ich verschweige besser, dass ich mich auch woanders beworben habe.

Falsch. Im Gegenteil: Recruiter rechnen sogar damit, dass Bewerber sich auch bei anderen Unternehmen umsehen. Laut StepStone Marktforschung bewerben sich fast zwei Drittel der Befragten im Laufe einer Jobsuche bei sechs oder mehr Unternehmen. Personalverantwortliche erwarten daher eine ehrliche Antwort auf die Frage, ob man sich noch woanders beworben hat. Alles andere könnte auf eine fehlende Motivation bei der Jobsuche schließen.

4 Bei niedrigeren Gehaltsvorstellungen habe ich bessere Jobchancen.

Stimmt nicht. Allzu bescheidene Gehaltsvorstellungen können bei Personalern als Zeichen für mangelnde Erfahrung oder geringes Selbstbewusstsein interpretiert werden. Es besteht die Gefahr, dass das Gegenüber einen also gar nicht als ausreichend qualifizierten Mitarbeiter in Betracht zieht. Bewerber sollten sich im Vorfeld darüber informieren, wie das Gehalt in vergleichbaren Positionen und Branchen ausfällt. In der Gehaltsverhandlung selbst ist es ratsam, eine Vorstellung zu nennen, die einen gewissen Puffer nach unten zulässt.

5 Das Anschreiben ist der wichtigste Bestandteil meiner Bewerbung.

Falsch, der Lebenslauf ist der wichtigste Bestandteil – das gaben ganze 90 Prozent der Recruiter in Deutschland im Rahmen einer StepStone-Studie an. Das Anschreiben folgt mit großem Abstand nur auf Platz zwei. Tatsächlich nimmt die Bedeutung des Anschreibens seit Jahren immer weiter ab. Der Hauptgrund: Der Trend zur schnellen, unkomplizierten Online- und Mobil-Bewerbung. ots

Autor:

Ratgeber-Redaktion aus Mitte

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