Kirchen auf Rädern
Ausstellung „Mobile Churches“ in der Kapelle der Versöhnung

Versteckte Kirchen in Bukarest.
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  • Versteckte Kirchen in Bukarest.
  • Foto: Anton Roland Laub
  • hochgeladen von Dirk Jericho

In der Versöhnungskapelle auf dem Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer ist bis zum 19. August die Ausstellung „Mobile Churches“ mit Fotografien von Anton Roland Laub zu sehen.

Der in Bukarest geborene Fotograf hat sich viel mit dem diktatorischen Regime Nicolae Ceausescus beschäftigt. In der Ausstellung „Mobile Churches“ verbindet er aktuelle Fotos mit Archivmaterial und erzählt „eine wenig bekannte, doch faszinierende politische Stadtgeschichte“, wie es heißt.

In den 1980er-Jahren hat Staatsschef Ceausescu sein Programm der „Systematisierung“ auf die rumänische Hauptstadt angewendet. Ein Drittel des historischen Zentrums von Bukarest wurde dem Erdboden gleichgemacht, um imposante Gebäude zu errichten und breite Alleen zu Ehren des Regimes zu ziehen. Trotz besonderer Verbissenheit im Umgang mit den Kirchen blieben sieben von ihnen verschont, wobei ihnen eine ebenso außergewöhnliche wie absurde Behandlung widerfuhr: Sie wurden auf Schienen gehoben, versetzt und hinter Wohnblöcken versteckt. Andere Sakralbauten, wie die Große „Polnische“ Synagoge, wurden von sozialistischen Plattenbauten verdeckt. Aus dem Stadtbild gelöscht führten sie fortan ein geheimes Leben in einer verschachtelten Architektur, die die heutige Stadtlandschaft prägt.

Die Ausstellung passt in die Kapelle der Versöhnung. Der runde Holzbau in der Bernauer Straße 4 wurde bis zum Jahr 2000 auf dem Fundament der ehemaligen evangelischen Versöhnungskirche erbaut, die 1985 vom SED-Regime gesprengt wurde und so das Schicksal vieler Bukarester Kirchen teilte. Die Ausstellung der Evangelischen Versöhnungsgemeinde findet in Kooperation mit der Stiftung Berliner Mauer und dem Rumänischen Kulturinstitut Berlin statt und ist Teil des MakeCity Festivals 2018. Die Bilder und Geschichten zu den versteckten rumänischen Kirchen kann man dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr (außer bei Gottesdiensten) im Wandelgang der Kapelle erleben. Der Eintritt ist frei.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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