Experten erarbeiten Nutzungskonzept für Franziskaner-Klosterkirche

Kulturamtsleiterin Ute Müller-Tischler in der Klosterruine, die zukünftig intensiver für Ausstellungen, Veranstaltungen und Projekte genutzt werden soll.
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Mitte. Die Ruine der Klosterkirche in der Klosterstraße soll „Denkmalschule auf Zeit“ werden. Das ist die zentrale Empfehlung aus dem Workshopverfahren zur zukünftigen Nutzung des Franziskanerklosters, das das Kulturamt durchgeführt hat.

Sie gehört als eines der letzten erhaltenen Zeugnisse der Gründungsgeschichte Berlins zu den wichtigsten Baudenkmälern der Stadt. Doch die markante Ruine der um 1250 gebauten Klosterkirche liegt seit Jahren im Dornröschenschlaf oder wie es Kulturamtsleiterin Ute Müller-Tischler sagt, „im Schatten des Zentrums“. Gerade mal 200 Leute schlendern täglich durch die Gemäuer der im Zweiten Weltkrieg zerbombten Kirche. Jetzt soll die Ruine ein Highlight für jeden Touristenausflug werden.

Neues Viertel geplant

Das Abgeordnetenhaus hat im Mai den Bebauungsplan Molkenmarkt/Klosterviertel verabschiedet. Mit dem neuen Viertel, das auf historischem Grundriss errichtet werden soll, gerät auch die Klosterkirche wieder in den Fokus. Das Bezirksamt als Eigentümer der Immobilie hat, wie auch von der BVV gefordert, einen viermonatigen Workshop zur zukünftigen Nutzung durchgeführt. Experten aus Kultur, Stadtentwicklung, Wissenschaft und Verwaltung haben unter Leitung des Architekten Philipp Oswalt ein Nutzungskonzept erarbeitet. Auf 88 Seiten steht, was man in der Ruine alles machen kann. Nach den Wahlen müssen BVV und Abgeordnetenhaus über die Ideen abstimmen.

Zentrales Ergebnis aus dem Workshop ist, die Klosterkirchenruine zu einer „Denkmalschule auf Zeit“ oder zu einer „Archäologischen Akademie“ zu machen. Demnächst beginnen im Zuge der Neubebauung des Klosterviertels archäologische Grabungen zu den bis zu 800 Jahre alten baulichen Überresten des Grauen Klosters. Das 1574 gegründete Gymnasium zum Grauen Kloster stand direkt neben der Kirche und war die bedeutendste Bildungsstätte des Berliner Bürgertums. In der Klosterruine sollen Fundstücke ausgestellt werden. künstlerische und Bildungsprojekte zur Geschichte des Grauen Klosters, zur Franziskanerkirche oder zum Klosterviertel könnten ebenfalls stattfinden. Themen zahlreicher Projekte oder Ausstellungen könnten Bildungswesen, Religion, Armut, Migration, Begräbniskultur, Forensik, Architektur oder Denkmalpflege sein, heißt es in dem Konzept.

Neue Schule bauen

Was die Archäologen in dem kommenden Jahren ausbuddeln, soll in der Ruine der Klosterkirche ausgestellt und Ausgangspunkt für Workshops, Filmvorführungen, Lesungen, Sommerschulen, Performances, Spurensuchen oder Präsentationen sein.

Laut Bebauungsplan ist neben der Ruine eine Schulneubau vorgesehen. Der Förderverein Berlinisches Gymnasium zum Grauen Kloster will auf dem Klosterareal wieder ein neues Gymnasium. Er war am Workshopverfahren beteiligt.

Am 1. September werden unter dem Titel "statement & dialogue" zwei Kunstinstallationen eröffnet. Luc Wolff baut in der Ruine eine riesige Konstruktion auf. Erstmals genutzt werden auch die Sakristei und Kellerräume. Die Künstlerin Patricia Detmering bespielt die unterirdischen Räume mit einer Videoinstallation. Die Sanierung der bisher öffentlich nicht zugänglichen Sakristei als zukünftige Ausstellungsfläche für den Winter ist Teil des neuen Nutzungskonzeptes.

Die Klosterruine war 23 Jahre lang vom Förderverein Klosterruine kulturell genutzt worden. Der Verein hatte regelmäßig Ausstellungen organisiert. Es gab auch Lesungen oder kleine Konzerte. Den Bezirksverordneten war das zu wenig. Der Vertrag mit dem Förderverein war im April ausgelaufen. Wie Kulturamtsleiterin Ute Müller-Tischler sagt, wollten die bisherigen Nutzer nicht am neuen Konzept mitarbeiten und haben einen neuen Vertrag abgelehnt. DJ

Detaillierte Planungen zur Klosterkirche sollen im kommenden Jahr beginnen. Alle Infos zu den Ergebnissen des Workshops und das Nutzungskonzept zum Download unter www.klosterruine.berlin.
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Dirk Jericho aus Mitte

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