Keine SUV, weniger Tote?
Diskussionen nach tragischem Unfall in Mitte

Es war einer der schwersten Unfälle der vergangenen Jahre. An der Kreuzung Invaliden- und Ackerstraße überfuhr ein SUV Fußgänger. Vier Menschen starben, darunter ein Kind.

Das schreckliche Ereignis hat sofort eine Debatte nach sich gezogen. Sie setzte bereits ein, bevor alle Toten identifiziert waren. Was ich nicht nur für sehr schnell, sondern auch für pietätlos gehalten habe. Im Zentrum standen Forderungen nach Einschränkungen für schwere SUV-Karossen. Die Vorschläge reichten von einer Maut bis zum Verbot in der Innenstadt. Aber ist es wirklich so einfach?

Ich bin kein Freund dieser großen Schlitten. Aber ehe Verbotsforderungen gestellt werden, sollte erst einmal gefragt werden, ob das Unglück vor allem dem Fahrzeug anzulasten ist. Nach dem, was bisher bekannt ist, eher nicht. Die Ermittlungsergebnisse der Polizei verdichten sich anscheinend darauf, dass „medizinische Ursachen“ beim Fahrer ausschlaggebend waren. Er scheint einen Schwächeanfall am Steuer bekommen zu haben. Das Auto raste mit etwa 70 Stundenkilometer ungebremst in die Menschenmenge. Bei dieser Geschwindigkeit hätte wohl auch jeder Kleinwagen tödliche Folgen gehabt. Nach meiner Ansicht wird deshalb die Debatte falsch geführt.

Es geht nicht darum, welche Fahrzeuge unterwegs sind, sondern, wer sie fährt. War der Unfallverursacher vielleicht aus gesundheitlichen Gründen zum Lenken eines Wagens, egal welcher Bauart, gar nicht in der Lage? Wie sieht es mit jugendlichen Profilierungsrasern aus? Oder Senioren, die als Teilnehmer im motorisierten Individualverkehr überfordert sind? Hier sollten, so finde ich, Konsequenzen überlegt werden. Das wäre zielführender, als einzelne Fabrikate zu sanktionieren. 

Soll es Einschränkungen für SUV in Berlin geben?
Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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