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Lkw zerstören Bremsschwellen: Plastikbarrieren in der Gartenstraße sind kaputt

Mitte. Keine drei Jahre haben die schwarzen Bremsschwellen aus Kunststoff auf der Gartenstraße gehalten. Jetzt wurden die demolierten Plastikreste abgeräumt. Das Straßenamt will im kommenden Jahr vier neue aus Granitsteinen aufmauern.

Dübel in die Straße, Plastikschwelle rauf und festgeschraubt: Das sollte dauerhaft halten, glaubte die Senatsbauverwaltung im Spätsommer 2014. Sie ließ die vier Kunststoffbarrieren aufdübeln, damit sich die Autofahrer an das damals verhängte Tempo 10 halten. Die Maßnahme zur Verkehrsberuhigung hatte die Verkehrsverwaltung angeordnet, weil Tausende Autos wegen der damaligen Dauerbaustelle Invalidenstraße die Gartenstraße als Schleichweg benutzt haben. Mit Fertigstellung der Invalidenstraße wurde die Gartenstraße wieder zur Tempo-30-Zone. Die höhere Geschwindigkeit und die „auftretenden hohen Schub- und Scherkräfte beim Überfahren von Fahrzeugen mit hohen Achslasten“ haben den Plastikhuckeln den Garaus gemacht, wie der Chef vom bezirklichen Straßenamt, Harald Büttner, erklärt. Lkw haben die Plastikbretter aus ihren Verankerungen gerissen und verschoben. Mehrfache „Nachbesserungsversuche“ mit stärkeren Bolzen brachten keinen Erfolg.

Damit niemand durch umherfliegende Plastikteile erschlagen wird oder in den aufgerissen Schwellen hängen bleibt, wurden die Gummidinger jetzt abgebaut. 24 000 Euro haben die vier Bremsbarrieren gekostet. Vielleicht wird das wieder ein Fall für den Bund der Steuerzahler. Der hatte schon die Betonschwellen in Moabit als Geldverschwendung angekreidet, weil sie so gebaut wurden, dass Autos sie umfahren können. Harald Büttner glaubt jedoch an den positiven Effekt der sogenannten Berliner Kissen, wie aufgemauerte Bremshuckel genannt werden. Beobachtungen hätten ergeben, dass sie zur Verkehrsberuhigung beitragen. Deshalb sollen auch in der Gartenstraße Betonhügel gemauert werden. Laut Büttner werden sie so konzipiert, dass nur Zweiradfahrer sie umfahren können und nicht "rüberhoppeln" müssen.

In diesem Jahr hat der Bezirk aber kein Geld mehr. Das Straßen- und Grünflächenamt schätzt die Kosten für die vier neuen Betonkissen auf 30 000 Euro. 2018 will der Bezirk das Projekt ausschreiben und dann mauern lassen. DJ

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