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Rucksack-Reiniger gegen Kaugummis

Kärcher-Mitarbeiter testen am Neptunbrunnen neue Dampfkanonen im Kampf gegen Kaugummiflecken.
Kärcher-Mitarbeiter testen am Neptunbrunnen neue Dampfkanonen im Kampf gegen Kaugummiflecken. (Foto: Kärcher)



Mitte. Die Reinigungsfirma Kärcher aus Winnenden hat dem Bezirk ein neues Reinigungsgerät vorgestellt, das im Kampf gegen Kaugummis auf Mittes Plätzen punkten soll. Das zuständige Straßen- und Grünflächenamt (SGA) ist gespannt, ob die Neuentwicklung etwas bringt.

Anlässlich der Internationalen Reinigungsfachmesse CMS in Berlin haben die Reinigungsspezialisten der Firma Kärcher das Mosaikpflaster um den Neptunbrunnen gereinigt. Zwei Tage lang waren drei Putzexperten dabei, Kaugummis vom Pflaster zu entfernen. Die Aktion war umsonst – Kärcher will mit dem Kultursponsoring, wie Sprecherin Linda Schrödter den Arbeitseinsatz nennt, Werbung für seine neue Anti-Kaugummi-Waffe machen. Städte und Gemeinden sollen das speziell für die Kaugummientfernung entwickelte mobile Dampfgerät SGG1 kaufen, um damit Plätze, Schulen oder Stadien sauber zu bekommen.

SGA-Chef Harald Büttner beobachtet die Gratis-Putzaktion genau; schließlich hat der Bezirk schon einiges versucht im Kampf gegen die ekligen Kaugummiflecken auf dem Pflaster. Die schwarzen Klebereste haben bereits vor zehn Jahren für Schlagzeilen gesorgt, als die neu verlegten gelbgrauen Platten aus chinesischem Granit auf dem Alex schon nach wenigen Wochen total versifft waren. Tausende Kaugummis verwandeln den hellen Naturstein seitdem in einen ekligen Fleckenteppich. Die BSR reinigt den Platz vier Mal im Jahr mit Spezial-Dampfstrahlmaschinen. Dazu kommen drei Intensivreinigungen, die der Veranstalter vom Weihnachts- und Ostermarkt sowie Oktoberfest übernimmt.

Der Bezirk hat einiges ausprobiert in den vergangenen Jahren: Vereisungstechniken zum Beispiel und die bei Bratpfannen bewährte Antihaftsbeschichtung aus Teflon. Auf Testflächen wurden beschichtete Kunststeine verlegt. Wie Büttner sagt, habe sich die Teflon-Idee nicht bewährt. Durch die Witterungseinflüsse und die vielen Fußgänger war die Beschichtung abgegangen. In den Rissen konnte sich der Kaugummidreck erst recht gut festsezen.

Die Dampfkanone ist der nächste Versuch. Büttner interessiert vor allem, wie nachhaltig das Putzergebnis ist, sprich, wie lange der Saubereffekt anhält. Meistens ist es so, dass direkt nach einer Spezialbehandlung alles bestens aussieht, aber schon kurz danach die alten Kaugummiränder wieder schwarz erscheinen. Wenn der SGG1 funktioniert, will Büttner für sein Amt ein paar davon anschaffen.

Wie viel ein mobiler Reiniger kostet, konnte Alexander Becker von Kärcher noch nicht sagen. Der Dampfreiniger werden erstmal auf der Messe vorgestellt. Das SGA hat derzeit ohnehin kein Geld „für Schön“, wie Büttner sagt. Die Gelder reichen in diesem Jahr nur noch für das absolut Nötige wie Verkehrssicherungsmaßnahmen.

Das Kärcher-Rucksackgerät ist mobil und wird ausschließlich per Akku-Technologie betrieben. Die Putzkolonnen müssen sich einen acht Kilogramm schweren Rucksack aufsetzen und können dank der langlebigen Lithium-Ionen-Batterien acht Stunden loslegen. Im Dampfgerät wird mit einem Gassystem eine Flamme im Dampfrohr erzeugt, über der ein „vollständig biologisch abbaubares Reinigungsmittel erhitzt und auf den Kaugummi aufgesprüht wird“, heißt es. Bereits nach drei bis fünf Sekunden Einwirkzeit lasse sich der Klebefleck mit Wasserdampf und Bürste ohne Rückstände beseitigen. Die Wirkungsweise soll besonders schonend sein und Oberflächen wie Beton, Asphalt, Stein und sogar Teppich nichts anhaben können. Das Fugenmaterial werde nicht angegriffen, verspricht Kärcher. Büttner will sich das Ergebnis am Neptunbrunnen ganz genau anschauen. DJ

Kärcher-Mitarbeiter testen am Neptunbrunnen neue Dampfkanonen im Kampf gegen Kaugummiflecken.
Kärcher-Mitarbeiter testen am Neptunbrunnen neue Dampfkanonen im Kampf gegen Kaugummiflecken.
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