Googeln in der Geburtsklinik
US-Internetriese eröffnet Berlin-Dependance im Forum Mueumsinsel

Der Internetkonzern Google hat in der Tucholskystraße 2 sein erstes Berlin-Büro eröffnet. 300 Mitarbeiter sollen dort einmal für den Datenkonzern programmieren.

Massageraum, Kantine mit Barista und Denkräume für Kreative mit Blick auf das Bodemuseum – so sehen die neuen Arbeitsplätze der Googler in Mitte aus. Der Internetgigant hat nach den gescheiterten Plänen für einen Google-Campus in Kreuzberg seine Berlin-Dependance im Forum Museumsinsel eröffnet. Das Gropius-Ensemble mit den historischen Klinikgebäuden zwischen Ziegelstraße und Spree wurden von Stararchitekt David Chipperfield neu gestaltet. Das Hauptgebäude im Stil der Neorenaissance war zu DDR-Zeiten Geburtsklinik der Charité. Zukünftig werden dort die Google-Programmierer neue Anwendungen entwickeln.

Die einzelnen Räume im Google-Quartier tragen Spitznamen Berliner Sehenswürdigkeiten wie Bierpinsel, Schwangere Auster, Langer Lulatsch oder Goldelse sowie anderen berlintypischen Ausdrücken wie Jottwede, Ham wa nich, Da kiekste wa oder Fisimatenten. In den Büros sollen auch Schulungen im Rahmen des Programms „Google Zukunftswerkstatt" stattfinden. Mit der digitalen Bildungsoffensive will der Konzern Grundlagentrainings zur Vermittlung digitaler Kompetenzen anbieten. Google kooperiert bei dem Projekt mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Industrie- und Handelskammer (IHK). Wie der Chef des Internetkonzerns, Sundar Pichai, bei der Eröffnung der Google-Dependance am 22. Januar sagte, haben in der „Zukunftswerkstatt“ bisher über 500 000 Menschen in Deutschland an Trainings und Schulungen teilgenommen. Wer das Programm erfolgreich abschließt, bekommt ein Zertifikat „Googler in Berlin“.

Im historischen Gropius-Ensemble schräg gegenüber der Museumsinsel arbeiten derzeit rund 130 Informatiker. Zukünftig sollen 300 Programmierer und Computerspezialisten an der Spree Zukunftstechnologien entwickeln. Google beschäftigt in der Deutschland-Zentrale in Hamburg 700 Leute und 400 im Münchener Entwicklungszentrum.

Gegen die Google-Campus-Pläne in Kreuzberg hatte es massive Proteste gegeben. Bei der Eröffnung in der Tucholskystraße demonstrierten ebenfalls etwa 70 Menschen mit Plakaten und Technomusik gegen den Internetriesen. Zur Eröffnung des Berlin-Standortes waren unter anderem der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), gekommen.

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