Besondere Basilika
Die größte katholische Kirche steht in Neukölln

Baumeister August Mencken hat die Neuköllner Kirche entworfen.
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Direkt an der Grenze zu Kreuzberg, an der Lilienthalstraße 5, steht das höchste katholische Gotteshaus Berlins: die St.-Johannes-Basilika. Errichtet wurde sie ab 1894 als Garnisonskirche für Militärangehörige, die auf dem nahegelegenen Tempelhofer Feld stationiert waren.

Ein paar Monate zuvor hatte gleich nebenan, auf dem Kaiser-Friedrich-Platz, dem heutigen Südstern, der Bau einer weiteren Garnisonskirche begonnen, für die Evangelischen. Die Einweihung beider Gotteshäuser fand am selben Tag statt – am 8. Mai 1897. Unter den Klängen des Präsentiermarsches zogen verschiedene Truppenteile mit Fahnen und Standarten ein: die Ehrenkompanie des Kaiser-Franz-Regiments, Garde-, Eisenbahn- und Dragonerregimente, Kürassiere. Ehrengäste waren Kaiser Wilhelm II. und Gattin Auguste Viktoria. Welche der beiden neuen Kirchen das Monarchenpaar betrat, ist nicht bekannt.

Zwar überragt der Kreuzberger Sakral-Bau auf dem Südstern die St.-Johannes-Basilika um rund zehn Meter – sein Kirchturm ist mit 88,4 Metern der dritthöchste der Stadt. Doch die Neuköllner Kirche kann mit anderen Besonderheiten aufwarten. Am 3. Dezember 1906 erhob Pius X. sie zur dritten päpstlichen „basilica minor“ Deutschlands. Ein Ehrentitel, der den Zweck hat, die Bindung zum Vatikan und die Bedeutung dieser Kirche für das Umland zu betonen.

Dem Papst ganz nah

Das ist noch nicht alles, denn nach der deutschen Wiedervereinigung zog nicht nur die Bundesregierung nach Berlin, sondern auch die apostolische Nuntiatur. Das ist die diplomatische Vertretung des Heiligen Stuhls. Das funktionale, weiße Gebäude liegt direkt neben St. Johannes, an der Lilienthalstraße 3, und bildet einen architektonisch interessanten Kontrast zu der Kirche, die August Mencken im neoromanischen Stil baute. Die Nuntiatur wurde im Jahr 2001 bezogen.

Außerdem ist die Basilika seit dem 1. Februar 2005 Bischofskirche des katholischen Militärbischofs für die Bundeswehr. Schließlich dient sie auch als das geistliche Zuhause der polnischen Katholiken, die in Berlin leben. Ihre vorherige Kirche, St.-Johannes-Capistran, lag in Tempelhof, wurde aber 2004 geschlossen und abgerissen.

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