Privatsammlerin Karin Erb eröffnet ein "Mampemuseum"

Karin Erb präsentiert auf einem Tablett original Mampe-Gläser in ihrem neuen Museum.
3Bilder
  • Karin Erb präsentiert auf einem Tablett original Mampe-Gläser in ihrem neuen Museum.
  • Foto: Sylvia Baumeister
  • hochgeladen von Sylvia Baumeister

Neukölln. Seit einigen Jahren sammelt Karin Erb Erzeugnisse der Likörmarke "Mampe". Devotionalien, Fotos, Werbemittel, Möbelstücke oder seltene Flaschen erwarb sie im Internet und auf Flohmärkten. Jetzt ist die Sammlung in der Hertzbergstraße 1 zu sehen.

Es war im Jahr 1831, als der geheime Sanitätsrat Dr. Carl Mampe eine Medizin in Stargard (Pommern) erfand. In seiner Apotheke verkaufte er "Dr. Mampe’s bittere Tropfen" als Mittel gegen Cholera, Magenleiden und andere Krankheiten. Sein Rezept gab er weiter an seine beiden Stiefbrüder Carl und Johann Ferdinand Mampe.

Nach einem erbitterten Streit gründeten beide ein eigenes Werk zur Herstellung von "Mampes Likör", der eine blieb in Stargard, der andere ging nach Köslin (heute Polen). Ab 1894 produzierte Carl Mampe seinen "Halb und Halb" Likör, der je zur Hälfte aus Orangen und Kräutern besteht, in Berlin Mitte. Nach der Zerstörung des Werks im Krieg wurde es in Neukölln an der Grenzallee wieder aufgebaut und 1955 eingeweiht. Diese und viele weitere Details zur Firmengeschichte erfährt der Besucher im von Karin Erb eröffneten "Mampemuseum".

Zu sehen sind beispielsweise Flaschen mit dem berühmten Markenzeichen des Elefanten, Gläser, Aschenbecher, Rezeptbücher und Werbematerial. Eine Familie steuerte allein 1468 kleine weiße Elefanten vom Flaschenhals des Likörs zur Sammlung bei. Auch ein originaler Tisch aus der letzten Berliner "Mampe-Stube" am Ku’damm wird präsentiert.

Viele Ausstellungsstücke, die die Bewerbungstrainerin aus dem Internet und auf Flohmärkten erwarb, hatte sie zunächst in ihrer eigenen Wohnung ausgestellt. "Meine Sammlung war einfach zu groß geworden. Nun bin ich froh, in Neukölln einen Raum für mein Museum gefunden zu haben", erzählt Karin Erb.

Aus einem Fotoband präsentiert die Sammlerin auch Bilder des Werks und von damaligen Mitarbeitern in der Grenzallee. Zu einigen von ihnen hat sie bis heute guten Kontakt. "Mich interessieren vor allem die Geschichten, die die Menschen mit Mampe verbinden", erzählt die Museumsbesitzerin. Von der Mampe Spirituosen GmbH, die den Likör nach fast dreißig Jahren Herstellungspause seit 2010 produziert, erhält Karin Erb Unterstützung für ihr Museum. Die Anschaffung der Exponate finanzierte sie allerdings komplett selbst. Die Führungen, die sie freitags und sonnabends nach vorheriger Absprache anbietet, sind kostenlos. Eine kleine Spende ist aber gern gesehen. Karin Erb: "Ich freue mich über jede Unterstützung für meine Sammlung."

Termine zu Führungen in der "Ahoj! Souvenirmanufaktur", Hertzbergstraße 1, und weitere Informationen unter www.mampemuseum.de.
Sylvia Baumeister / SB
Autor:

Sylvia Baumeister aus Neukölln

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

SozialesAnzeige

Online den richtigen Partner finden: Herzklopfen-berlin.de
Die Liebe hält keinen Winterschlaf – mit richtigem Dating den Traumpartner finden

Im Winter verlagert sich das Leben nach drinnen. Das gilt in diesem Jahr besonders. Wenn es draußen kalt und dunkel wird, freut man sich umso mehr auf ein warmes Zuhause. Mit einem Glas Wein oder einem heißen Kakao, einem guten Buch in der Hand oder einem schönen Film im Fernsehen – während vor den Fenstern die Lichter der Hauptstadt leuchten oder sogar ein paar Schneeflocken vorbeiwirbeln. Was es gäbe es da schöneres, als das Glück eines entspannten Winterabends auf dem Sofa oder im Bett mit...

  • Schöneberg
  • 21.12.20
  • 563× gelesen
KulturAnzeige
2 Bilder

Im Mauerpark soll ein Park- und Kulturzentrum entstehen
Nutzer/in zum Sommer 2021 gesucht für Park- und Kulturzentrum „Kartoffelhalle“ im Mauerpark

In der Erweiterung des Mauerparks soll in einem ehemaligen Gewerbebau ein Park- und Kulturzentrum entstehen, welches ein für jedermann zugänglicher Ort der Erinnerung, Kultur und Begegnung im Mauerpark werden soll. Neben einer Attraktion für Besucher*innen soll die Kartoffelhalle im Wesentlichen auch einen multifunktionalen Treffpunkt für die Anwohner*innen aus der näheren Umgebung bieten. Hierfür wird das Gebäude aktuell im Rahmen der Sanierung für eine Nutzung als Park- und Kulturzentrum...

  • Mitte
  • 22.12.20
  • 854× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen