Museum in der alten AEG-Kantine
Land Berlin fördert Projekt mit rund sieben Millionen Euro

Susanne Reumschüssel im historischen Treppenhaus der Kantine.
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  • Susanne Reumschüssel im historischen Treppenhaus der Kantine.
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In einigen Jahren soll es an der Wilhelminenhofstraße ein Museum geben, in dem an die Geschichte des 1897 gegründeten Kabelwerks Oberspree erinnert wird. Das Land Berlin stellt für das Projekt rund sieben Millionen Euro bereit.

Ein passender Ort ist mit der 1899 errichteten AEG-Kantine bereits gefunden. „Bei einem ersten Rundgang vor vier Jahren habe ich mich regelrecht in das Gebäude verliebt. Es wurde im Gegensatz zu vielen anderen Fabrikgebäuden der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft damals im Stil der sogenannten Heimaschutzarchitektur errichtet. Vom Fachwerk ist außen zwar nichts mehr zu sehen, im Innern gibt es aber immer noch die imposante Holzbalkendecke“, erklärt Susanne Reumschüssel, die Begründerin des Industriesalons. Der 2009 gegründete Verein betreibt ganz in der Nähe bereits ein Industriemuseum, in dem an die Geschichte vom AEG-Röhrenwerk und des Nachfolgers Werk für Fernsehelektronik erinnert wird.

Für eine Ausstellung zum Tag des offenen Denkmals im Jahr 2016 hatte der Verein die Geschichte des Kantinengebäudes erforscht. So bekamen hier Arbeiter und Angestellte von AEG für 25 Pfennig ein Mittagessen. Wer sich das nicht leisten konnte, durfte in einem separaten Bereich von Familienangehörigen gebrachtes Essen verspeisen.

Das Kantinengebäude ist in den über 100 Jahren mehrfach umgebaut worden. Zuletzt war dort die Kaderabteilung des VEB Kabelwerk Oberspree (DDR) und danach die Personalabteilung von BICC Kabel (Nachwendezeit) untergebracht. Die Leichtbauwände, mit denen die Speisesäle in viele Büros unterteilt wurden, verdecken derzeit große Teile der historischen Innenarchitektur.

„Wir entwickeln jetzt ein Betreiberkonzept für ein Museum, in dem wir die Geschichte der Kabelproduktion von Beginn an zeigen. Allerdings werden wir viel mit digitalen Medien arbeiten, denn die riesigen Verseilmaschinen zur Kabelfertigung passen kaum in einen Ausstellungsraum“, erklärt Projektleiterin Susanne Reumschüssel.

Denkmalexperten waren schon vor Ort, haben die vielen Veränderungen seit dem Bau 1899 dokumentiert und Farbbefunde gesichert. So war der Schmuck im historischen Haupttreppenhaus an der Wilhelminenhofstraße zu DDR-Zeiten stillos mit Ölfarbe überpinselt worden.

Jetzt sucht der Industriesalon Zeitzeugen, die mit Erlebnissen und Erinnerungen an die Nutzung des Gebäudes als Kantine oder Personalbüro beitragen können. Bitte einfach zu den Bürozeiten dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr im Industriesalon, Reinbeckstraße 9, vorbeikommen oder anrufen unter Telefon 53 00 70 42.

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