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Kleine grüne Oasen: Anwohner initiieren auf der Schonenschen Straße ein Pilotprojekt für Pankow

Die Anwohner Dimitri Sigalas, Ute Baran, Gregor Stier und Thomas-Adli Lehmann sorgen für die Begrünung der Schonenschen Straße.
Die Anwohner Dimitri Sigalas, Ute Baran, Gregor Stier und Thomas-Adli Lehmann sorgen für die Begrünung der Schonenschen Straße. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Die Schonensche Straße zählt zu den kahlsten Straßen im Bezirk. Doch das ändert sich jetzt sukzessive. Dafür sorgt die Initiative „Straßengrün für die Schonensche“ in Kooperation mit dem Straßen- und Grünflächenamt (SGA).

Gemeinsam feierten die Partner jetzt ein Pflanzfest, bei dem sie 20 Kübel am Straßenrand mit Blumen bestückten. Es ist etwa ein Jahr her, da kamen einige Anwohner am Späti NEON in der Straße ins Gespräch. „Wir sagten: Das kann doch nicht sein, dass ab Ecke Schönhauser auf etwa 800 Metern kein Baum oder sonstiges Grün wächst“, sagt Frank Dietrich von der Initiative. Die Anwohner, allen voran Thomas-Adli Lehmann, entschlossen sich, das zu ändern. Doch so einfach ging das nicht. Es hat nämlich seinen Grund, dass es dort bisher keinen Baum gibt. Am Straßenrand liegen in einer Tiefe von nur 40 Zentimetern Stromleitungen von Vattenfall. Damit Bäume gepflanzt werden könnten, müssen erst alle Leitungen umverlegt werden.

Weil die Anwohner trotzdem endlich Grün in ihrer Straße haben wollten, sammelten sie Unterschriften. Außerdem konnten sie Bettina Jarasch, die grüne Abgeordnete ihres Wahlkreises, als Unterstützerin gewinnen. Gemeinsam gelang es, den damaligen Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90 Die Grünen) mit ins Boot zu holen. Mit ihm wurde die Idee geboren, Pflanzkübel entlang der Straße aufzustellen. Doch auch diese Idee ließ sich nicht so einfach umsetzen.

Zum einen müssen sich Bürgerinitiative und SGA an die Vorschriften des Berliner Straßengesetzes halten. „Der Gehweg muss in ausreichender Breite passierbar sein, und die Kübel dürfen auch nicht zu dicht an der Bordsteinkante stehen“, sagt Vollrad Kühn (Bündnis 90/Die Grünen), der als Stadtrat das Projekt seines Vorgängers fortsetzt. „Deshalb musste jeder Standort von einer unserer Mitarbeiterinnen vermessen und markiert werden.“

Hinzu kommt, dass das SGA keine Mitarbeiter und Mittel für die Pflege der Pflanzkübel hat. Deshalb ließ sich das Projekt nur umsetzen, weil mit der Anwohner-Initiative eine Patenschaftsvereinbarung unterschrieben wurde. „Wir suchten Paten für die Pflanzkübel“ sagt Thomas-Adli Lehmann. „Die Resonanz war großartig. Wir fanden so viele Paten, dass wir 20 Kübel aufstellen konnten.“ Die Paten verpflichten sich gegenüber der Initiative, die Pflege zu übernehmen.

Nachdem alle Rahmenbedingungen geklärt waren, schaffte das SGA 20 Kübel im Wert von etwa 3000 Euro an. Weiterhin wurde Mutterboden angeliefert. Die Initiative besorgte ihrerseits nach einer Spendensammlung Blumen und Stauden: Hortensien, Enzian, Heidepflanzen, Herbstastern, Ziergräser.

Bettina Jarasch: „Hier haben wir wirklich ein Pilotprojekt mit dem Bezirksamt hinbekommen. Ich hoffe, dass die Schonensche Straße nur ein Anfang ist. Toll ist auch, dass hier die Nachbarschaft enger zusammenrückte.“ Als Modellprojekt bezeichnet auch Vollrad Kuhn diese Aktion. Das Bezirksamt sei bereit, Initiativen, die selbst Verantwortung übernehmen möchten, zu unterstützen. In diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass es in Absprache mit dem Bezirksamt auch möglich ist, Baumscheiben zu begrünen. Weitere Hinweise dazu gibt es auf http://asurl.de/13j3. Um sicherzugehen, dass die Bepflanzung Bestand hat, sollten sich die Anwohner als Baumscheibenpaten beim Bezirksamt registrieren lassen. BW

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