Per Mausklick und mit Avatar
Prater wird zum virtuellen Kulturort

Im Oktober sollte die Sanierung des historischen Gebäudeensembles beginnen.
  • Im Oktober sollte die Sanierung des historischen Gebäudeensembles beginnen.
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  • hochgeladen von Ulrike Kiefert

Der historische Prater ist schon länger zu. Das Bezirksamt will ihn wieder zu einem Kunst- und Kulturort machen. Doch wegen eines laufenden Gerichtsverfahrens verzögert sich der Umbau. Dafür präsentiert sich der Prater jetzt virtuell.

Unter dem Titel „Prater Digital“ öffnen sich am 8. Dezember drei Räume des traditionsreichen Kulturorts zu virtuellen Showcases. Ausstellungen, Performances, Aufführungen und Begegnungen mit Künstlern werden so möglich gemacht: in der Prater Galerie, auf der Online-Theaterbühne und im Versammlungsraum.

Vom Handy, Tablet oder PC kann jeder ganz einfach durch die digitalen Ausstellungsräume klicken. Wie in einem Computerspiel per Maus oder Finger. Eine separate App ist dafür nicht nötig. Vor dem „Betreten“ braucht der User nur einen Avatar. Der läuft dann stellvertretend die einzelnen 3D-Modelle ab.

Die ersten Räume bespielen das Künstlerkollektiv „mantis“ aus Berlin und Leipzig und der Theater- und Filmemacher Philipp Joy Reinhardt. Die Gruppe „mantis“ verbindet in ihren Performances Drag und Videokunst mit Mode, Kostüm- und Bühnenbild. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Diskursen. Philipp Joy Reinhardt wiederum setzt sich im Showcase mit der materiellen, diskursiven, emotionalen und sozialen Bedingtheit von Schauspielerei auseinander. Gestaltet und programmiert hat die Räume die Künstlerin und Programmierin Berrak Nil Boya, die schon an wichtigen Projekten von Apple beteiligt war.

"Prater Digital" ist ein Projekt des Bezirksamtes. Es wurde zusammen mit dem Kurator Julian Kamphausen und dem Beirat zur Zukunft des Prater Berlin entwickelt und unter anderem mit Schauspielern der Ernst-Busch-Hochschule realisiert. Der Kultursenat fördert das Ganze.

Umbau verzögert sich

Der Pratergarten an der Kastanienallee ist Berlins ältester Bierausschank. Er entstand 1837 weit vor den Stadttoren an einem Weg für Pferdefuhrwerke. Mit Freilichtbühne, Lokal und Biergarten wurde er zu einem beliebten Treffpunkt und Veranstaltungsort. Nun will ihn das Bezirksamt sanieren. Bis 2021 sollen dort wieder Kunst und Kultur einziehen. In Pankow wäre der Prater dann die dritte kommunale Galerie. Im Oktober sollte es losgehen mit dem Umbau des historischen Gebäudeensembles. Es ist auch bereits eingerüstet, doch auf der Baustelle tut sich momentan nichts. Das Bezirksamt streitet sich mit der Pächterin des Biergartens vor Gericht. Es geht unter anderem um den Umsatzausfall während der Umbauarbeiten, eine Rückbauanordnung für den kleinen Imbissschuppen und die Verlängerung des Pachtvertrages. Wegen des laufenden Gerichtsverfahrens will sich das Bezirksamt dazu nicht äußern.

um digitalen Kunstort wird der Prater vom 8. bis 12. Dezember. Der Rundgang beginnt hier unter www.prater.digital.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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