Diebe auf dem Vormarsch: Zahl der Einbrüche erreicht Rekordmarken

Berlin. Knapp jeder elfte Berliner ist innerhalb von zehn Jahren von einem Einbruchsdiebstahl betroffen. Das ergab eine Analyse der Schadensmeldungen, die bei der Versicherung Generali von 2012 bis 2014 eingegangen waren.


Das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, sei in Mitte am größten. Es folgen Wedding, Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg. In Zehlendorf, Wannsee, Nikolassee, Dahlem und Schmargendorf ist – laut Versicherung – die gemeldete Schadenshöhe pro Einbruch am höchsten. Wenn man dann noch Schlagzeilen wie „Blitz-Einbrecher: 17 Taten in 16 Tagen“ liest (Berliner Kurier vom 12. August 2015) und weiß, dass die Tage wieder kürzer werden, dann geht die Angst um.

Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Einbruchs zu werden, wirklich? Fakt ist: Die Polizei hat 2014 deutschlandweit mehr als 150.000 Einbruchsfälle registriert – der höchste Stand der zurückliegenden 15 Jahre. Der Schwerpunkt der Einbrüche liegt in den Herbst- und Wintermonaten, wobei die Taten eher tagsüber als nachts verübt werden. Fast jeder fünfte Einbruch fand im Dezember statt, jeweils jeder zehnte im Oktober und im November.

In Berlin sind im Jahr 2014 rund 12.150 Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser registriert worden. 800 wurden aufgeklärt. 792 Tatverdächtige ermittelt. Bei 1.934.000 Haushalten in Berlin ergibt sich daraus, dass 0,63 Prozent aller Haushalte direkt betroffen waren. Diese Zahl mutet wenig besorgniserregend an. Eine andere aber schon: 2014 gab es in Berlin rund 33 Einbrüche pro Tag.

„Jeder kennt doch mindestens eine Person, bei der schon einmal eingebrochen worden ist oder die Opfer eines Diebstahls wurde“, sagt Hermann Gottschlich, der auch schon ungebetenen Besuch von Einbrechern hatte. „Niemand sollte davon ausgehen, dass er nicht auch mal betroffen sein könnte“, mahnt der 67-Jährige. min

Autor:

Michael Nittel aus Reinickendorf

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