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Patenschaften für Stolpersteine: Erinnerung an Nazi-Opfer lebendig halten

Der Sprecher der AG Stolpersteine, Peter Rode, berichtet den künftigen Paten über das Projekt.
Der Sprecher der AG Stolpersteine, Peter Rode, berichtet den künftigen Paten über das Projekt. (Foto: Irena Trivonoff Ilieff)

Reinickendorf. Zwölf Paten kümmern sich ab sofort um 46 im Bezirk verlegte Stolpersteine. Die Urkunden überreichte die Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine Reinickendorf in der Paul-Löbe-Oberschule am 16. Oktober.

Mehr als 170 Stolpersteine erinnern in Reinickendorf an Menschen, ehemalige Nachbarn, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Sie waren jüdischen Glaubens, sie vertraten andere politische Ansichten und opponierten, sie waren krank und daher aus Sicht der Nationalsozialisten nicht lebenswert. Ab Dezember werden zwei Stolpersteine an zwei homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus erinnern.

Im Laufe der Zeit verblassen die glänzenden Oberflächen der Stolpersteine. Daher hat die AG Stolpersteine Reinickendorf bei Spaziergängen oder Fahrradtouren zu verlegten Stolpersteinen an die Menschen und ihre Schicksale erinnert und die Steine dabei gereinigt. Dies war Anlass für eine Reihe von Reinickendorfer Bürgern, Firmen und Organisationen, Patenschaften für verlegte Stolpersteine zu übernehmen.

Mit ihren jeweiligen Unterschriften erklären die AG Stolpersteine Reinickendorf und die Paten, „damit ein Zeichen setzen zu wollen, dass die Opfer der Verfolgung aus rassischen, politischen oder anderen Gründen in der Zeit des Nationalsozialismus nicht vergessen werden. Die Patenschaft beinhaltet die regelmäßige Reinigung der Stolpersteine, die mindestens zwei mal im Jahr erfolgen sollte.“

Mit Schülern Stolpersteine gereinigt

Zu Beginn der Übergabefeier erläuterte der Sprecher der AG Stolpersteine Reinickendorf, Peter Rode, wie es zu der Idee der Patenschaften gekommen sei. Auf Einladung von Schülern der Paul-Löbe-Oberschule berichtete er über das Projekt Stolpersteine und besuchte mit ihnen die nahegelegenen Steinen im Luisenweg und in der Hoppestraße. Dort sprachen sie über das Schicksal der einzelnen Menschen und reinigten die Stolpersteine.

Kulturstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) betonte bei der Urkundenübergabe die Bedeutung des Projektes Stolpersteine für die geschichtliche Erinnerung, verwies auf die vom Bezirk eingerichteten Gedenkorte am Eichborndamm 238-240 und den Krumpuhler Weg und dankte allen Beteiligten für das vielfältige Engagement rund um das Projekt Stolpersteine. Dann übergab sie zusammen mit Torsten Hauschild von der AG Stolpersteine Reinickendorf die Urkunden an die neuen Paten.

Im Anschluß schilderten Schüler der Paul-Löbe-Oberschule ihre Eindrücke aus den Gesprächen mit Peter Rode und dem Beschäftigen mit den Biografien der Menschen, für die Stolpersteine im Luisenweg liegen. Besonders eindrücklich war die Erkenntnis der Schüler, dass in ihrer Klasse heute der größte Teil der Schüler durch die Ideologie der Nationalsozialisten gefährdet wäre. CS

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