Antisemitische Attacke gegen jüdischen Gastronom

Solidaritätsbesuch bei Yorai Feinberg (links): Volker Beck, Bürgermeisterin Angelika Schöttler und Israels Botschafter Jeremy Issacharoff (rechts).
  • Solidaritätsbesuch bei Yorai Feinberg (links): Volker Beck, Bürgermeisterin Angelika Schöttler und Israels Botschafter Jeremy Issacharoff (rechts).
  • Foto: Botschaft des Staates Israel
  • hochgeladen von Karen Noetzel

Der Restaurantbesitzer Yorai Feinberg (36) ist in schockierender Weise antisemitisch beleidigt und bedroht worden.

Fünf Tage vor Weihnachten trinkt der Gastronom und ehemalige Balletttänzer aus einer polnischen Rabbiner-Familie – nur sein Vater überlebte als kleines Kind den Holocaust – mit seiner Freundin vor seinem Lokal in der Fuggerstraße einen Kaffee, als ein etwa 60-jähriger Deutscher auf ihn zutritt und ihn in thüringischem Dialekt aufs Gröbste angeht.

Es fallen Sätze wie: „Ihr (die Juden, Anm. d. Red.) seid alle verrückt“, „Geh doch weg von hier. Geh weit weg“, „Du hast keine Heimat“, „In zehn Jahren lebst Du nicht mehr“, „Was wollt denn Ihr nach '45 hier?“, „Niemand schützt Euch“, „Ihr werdet alle in der Gaskammer landen“. Feinbergs Freundin filmt die Szene geistesgegenwärtig mit dem Handy.

Der Restaurantbesitzer kann eine vorüberfahrende Polizeistreife herbeirufen. Der Mann lässt auch in Anwesenheit der Beamten nicht von seinen antijüdischen Hetztiraden ab. Als die Ordnungshüter ihn festnehmen wollen, wehrt er sich. Gegen den Mann sind nun Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt eingeleitet worden.

Zwei Tage nach dem Vorfall haben Bürgermeisterin Angelika Schöttler, Israels Botschafter Jeremy Issacharoff und der Grünen-Politiker Volker Beck, 2014 bis 2017 Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Bundestags, Yorai Feinberg einen Solidaritätsbesuch abgestattet. Angelika Schöttler zeigt sich über die Attacke zutiefst entsetzt: „Wir verurteilen diese Tat mit aller Vehemenz. Ewiggestrige und Volksverhetzer haben in unserer offenen und demokratischen Gesellschaft keinen Platz. Ich fordere alle Menschen auf, schon den vermeintlich kleinen Diskriminierungen entgegenzutreten, denn auch diese vergiften unseren Alltag.“

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