Von Dominicus und der Dorfaue
Berliner Geschichtswerkstatt lädt ein

Vergangene Zeiten: die Schöneberger Hauptstraße/Ecke Grunewaldstraße um 1905.
  • Vergangene Zeiten: die Schöneberger Hauptstraße/Ecke Grunewaldstraße um 1905.
  • Foto: Veranstalter
  • hochgeladen von Ulrike Kiefert

Um die Geschichte Schönebergs geht es bei zwei Vorträgen. Dazu lädt die Berliner Geschichtswerkstatt am 14. und 16. September 2020 ein.

Am Montag, 14. September 2020, 19 Uhr steht ein Werkstattgespräch an. Thema: "100 Jahre Groß-Berlin: Schönebergs Oberbürgermeister Dominicus und das Entstehen Groß-Berlins". Alexander Dominicus (1873-1945), Sozialreformer und Kommunalpolitiker aus Straßburg, wurde 1910 Oberbürgermeister der kreisfreien und wohlhabenden Stadt Schöneberg. Bald erkannte er die Unsinnigkeit der Konkurrenz unter den funktional stark verflochtenen Gemeinden im Umfeld von Berlin und befürwortete eine Vereinigung mit Berlin. Im Jahr 1918 erarbeitete Dominicus, später Mitglied der liberalen Deutschen Demokratischen Partei, zusammen mit dem Schöneberger Stadtrat Dr. Lohmeyer die "Grundzüge zu einem Gesetz betreffend Bildung einer Gesamtgemeinde Gross-Berlin". Nach zähen parlamentarischen Auseinandersetzungen konnte Dominicus schließlich in einem Kompromiss einen Grossteil seiner Vorstellungen von kommunaler Selbstverwaltung verwirklichen.

Am Mittwoch, 16. September 2020, 19 Uhr geht es um "Von der Schöneberger Dorfaue zum Spittelmarkt - Stadtbild, Kommerz und Verkehr um 1900 in alten Bildern". An der Wende zum 20. Jahrhundert wurden die südwestlichen Vororte Berlins vor allem über den Straßenzug Hauptstraße, Potsdamer und Leipziger Straße an das Zentrum Berlins angeschlossen. Architektur, Verkehr und aufstrebender Handel zeigten damals, wie diese alte Verkehrsachse ihre Blüte erlebte. Während die Hauptstraße von einer verlängerten Dorfaue zum repräsentativen Zentrum einer reichen Großstadt wurde, wandelte sich die Potsdamer Straße südlich des Landwehrkanals von einem Ort der Sommerfrische zu einer herrschaftlichen Wohngegend. Zum Potsdamer Platz hin wurde sie nun Teil der City, der unter der Verkehrslast der einmündenden Straßenbahnen ächzte. Der Potsdamer Bahnhof sorgte mit Fern-, Vorort- und U-Bahnverkehr zusätzlich für Menschenmassen, die zur Arbeit in die Geschäftsviertel oder zum Einkauf in die prachtvollen Warenhäuser in der Leipziger Straße strömten. An Staatsbauten und am Dönhoffplatz vorbei führte der Straßenzug durch die historischen Spittelkolonnaden bis zum damals wichtigen Umsteigeort Spittelmarkt.

Der Vortrag von Hauke Fehlberg, Projektleiter im schweizerischen Bundesamt für Straßen (Astra), springt in die Zeit um 1900 zurück, zeigt historische Bilder und lädt dazu ein, im Verkehr mitzuschwimmen und eine Vorstellung vom damaligen Straßenbild mit seinen Warenhäusern und Cafés zu bekommen.

Die Vorträge beginnen jeweils um 19 Uhr in der Sophie-Scholl-Schule an der Elßholzstraße 34. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung nicht nötig.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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