Platanen sollen gefällt werden
Streit um die teils verdeckte Skulptur auf dem Grünstreifen vor der Urania

Nur aus diesem Blickwinkel wirkt Venets Bogen frei.
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  • Foto: KEN
  • hochgeladen von Karen Noetzel

Die französische Botschaft und der Regierende Bürgermeister haben das Bezirksamt aufgefordert, bis Ende Februar die Bäume im Umfeld der Skulptur von Bernar Venet auf dem Grünstreifen vor der Urania abzuholzen.

Die Grünen im Bezirk waren von Anfang an dagegen. Jetzt ist ihnen die Bundestagsabgeordnete Renate Künast zur Hilfe geeilt. Bei einem Besuch im Herbst hatte der französische Künstler Venet die Verwahrlosung und den Naturwuchs um „L'Arc 124,5°“ bemängelt und pflegerische Maßnahmen gefordert. Seine Auffassung teilen der Chef der Senatskanzlei, Christian Gaebler (SPD), die französische Botschaft und die Urania Berlin. In einem Schreiben der Senatskanzlei vom 26. Oktober 2018 verweist Christian Gaebler auf die politische Bedeutung des Werks und das Herannahen der nächsten Vegetationsperiode. Frankreich hatte West-Berlin 1987 Venets Skulptur zur 750-Jahr-Feier der Stadt geschenkt.

Bei ihrem Besuch an der Skulptur von Venet äußerte die im Bezirk beheimatete Grünen-Politikerin Renate Künast ihr Unverständnis, dass die Bäume nach 30 Jahren auf einmal zum Problemfall geworden sein sollen. Künast, die von den Berliner Abgeordneten ihrer Partei, Sebastian Walter und Notker Schweikhardt, sowie von dem grünen BVV-Kulturausschussvorsitzenden Bertram von Boxberg begleitet wurde, hat vorgeschlagen, die Skulptur auf das Tempelhofer Feld umzusetzen. Oder Bernar Venet nimmt „unter Einbeziehung der Bäume an der Urania eine Aufwertung seines Werkes vor“.

Das Argument der Platanenschützer: Es ist einem Kunstwerk nicht abträglich, wenn es im Lauf der Jahre zuwächst. Zudem leisteten die Bäume an dieser verkehrsreichen Straße einen wichtigen ökologischen Beitrag, in dem sie die Luft filterten und damit die Schadstoffbelastung senkten.

SPD, CDU und FDP haben indessen in der Bezirksverordnetenversammlung beantragt, bis Ende Februar höchstens zweimal vier Bäume an den Seiten des Kunstwerks zu fällen, auf dem Mittelstreifen die übrigen Bäume, insbesondere die große Platane an der Südspitze, zu erhalten und mindestens 20 nachzupflanzen.

Die rot-schwarz-gelbe Koalition in dieser Frage begrüßt es zudem, dass sich Bernar Venet und seine Unterstützer an den Maßnahmen beteiligen wollen. Das Bezirksamt soll Venet auch um eine Ideenskizze zur weiteren Gestaltung der Mittelinsel vor der Urania bitten.

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