Immer mehr Ratten: Bis Ende April Zunahme um mehr als ein Drittel gegenüber 2017

Nehmen die Ratten in Tempelhof-Schöneberg überhand? Tageszeitungen meldeten kürzlich für ganz Berlin eine Zunahme der Nager, die sich zur Plage ausweitet.

Experten schätzen, dass in Großstädten drei Ratten auf einen Einwohner kommen. Im Bezirk wären das weit über eine Million Tiere. Tempelhof-Schöneberg hat 346 108 Einwohner.

Professionelle Schädlingsbekämpfer und das bezirkliche Gesundheitsamt haben die Nager im Blick. In diesem Jahr, Stand 27. April, wurde laut Gesundheitsstadtrat Oliver Schworck (SPD) schon 330 Mal Rattenbefall gemeldet. 2017 waren es bis zu diesem Zeitpunkt erst 238 Meldungen und über das vergangene Jahr insgesamt 858 Meldungen. Eine Steigerung um 38,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach Jahren des Rückgangs.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales nennt dagegen für 2017 die Zahl von nur 579 Bekämpfungsmaßnahmen. „Bei allen bestätigten Rattenmeldungen wurde eine Bekämpfungsmaßnahme veranlasst“, sagt eine Sprecherin des Gesundheitsamtes Tempelhof-Schöneberg auf Anfrage.

Der Rattenbefall sei nicht an bestimmten Orten festzumachen, sagt der Stadtrat. Betroffen seien jedoch häufig öffentliche Grünanlagen und Hinterhöfe.

Was Fachleute immer betonen: Ratten leben gerne dort, wo sie gute Deckung haben und ausreichend Futterquellen vorfinden – in Parks. Wer also seinen Apfelbutzen oder andere Essensreste wegwirft oder gar Tauben füttert, füttert die Nager gleich mit. Ratten können gut klettern. Mülltonnen und -container stellen für sie kein Problem dar.

Ratten können ernsthafte Krankheiten wie Hepatitis E oder Typhus übertragen. Das aber nur, wenn man mit ihnen oder ihren Ausscheidungen in Berührung kommt. Stadtrat Schworck sind bisher keine Fälle bekannt, bei denen dem Gesundheitsamt eine Ansteckung über Kot und Urin von Ratten gemeldet wurde.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg hat keine Strategie, wie er die Rattenplage auf Dauer eindämmen will. „Das Gesundheitsamt berät betroffene Bürger zu vorbeugenden Maßnahmen“, erklärt Stadtrat Oliver Schworck. Privatleute dürfen Ratten ohnehin nicht selbst bekämpfen. Dazu müssen sie Profi-Schädlingsbekämpfe zur Hilfe rufen.

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