Zietenstraße soll umbenannt werden

Schöneberg. Als Volkspartei wollte die SPD Günter Pfitzmann dann wohl doch nicht allein der CDU überlassen. Überraschend hat sie vorgeschlagen, die Zietenstraße nach dem beliebten Volksschauspieler umzubenennen.

Zunächst hatten die Christdemokraten in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vorgeschlagen, den Weg und den neu entstandenen kleinen Platz zwischen Dennewitzstraße und Gleisdreieckpark nach Pfitzmann zu benennen. Dieser Antrag wurde von SPD und Grünen im Kulturausschuss mit dem Hinweis abgelehnt, der Bezirk sei gehalten, Straßen und Plätze nach Frauen zu benennen.

In der jüngsten BVV-Sitzung überraschte die SPD-Fraktion dann mit ihrem Vorschlag, die Zietenstraße solle künftig Pfitzmannstraße heißen. Der CDU-Verordnete Matthias Steuckardt meinte dazu: "Es freut mich, dass es sich die Sozialdemokraten doch noch überlegt haben, Günter Pfitzmann zu ehren."

Die Umbenennung würde dem Andenken des Volksschauspielers viel eher gerecht als die Benennung eines Weges am Ende der Dennewitzstraße, erklärte der kulturpolitische Sprecher der SPD, Stefan Böltes. "In der Zietenstraße 22 lag die Fernsehpraxis, in der Günter Pfitzmann als Dr. Brockmann tätig war", so Böltes.

Da es sich um keine Neubenennung handelt und zudem in Steglitz-Zehlendorf eine weitere Straße nach dem preußischen Reitergeneral Hans Joachim von Zieten (1699-1786) heißt, steht einer Umbenennung rechtlich nichts im Wege. Der Antrag wurde aber einmütig in den Kulturausschuss zurücküberwiesen. "Es wird ein längeres Verfahren", meint Matthias Steuckardt. Und die Verordnete Elisabeth Kiderlen von den Grünen mahnte eine "ordentliche Bürgerbeteiligung" an.

Möglicherweise kommt es aber doch noch ganz anders bei der Umbenennung der Zietenstraße. Jan-Ulrich Franz von den Piraten verwies auf die Schauspielerin und Schriftstellerin Anna Elisabet Weirauch (1887-1970). Sie wohnte mit ihrer niederländischen Lebensgefährtin Helena Geisenhainer seit Mitte der 20er-Jahre bis etwa 1933 in der Zietenstraße 16. Bekannt wurde Weirauch durch ihren 1919 erschienenen Skandalroman "Skorpion" über eine tragische lesbische Liebe.

Karen Noetzel / KEN

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