Viel Kritik rund um die Begegnungszone in der Maaßenstraße

Für Bär, Lumpi und Mietze kommt die Bewährungsprobe noch – im Sommer.
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Schöneberg. Die Kritik habe sie erwartet, sagt Martina Marijnissen, Leiterin der Tempelhof-Schöneberger Wirtschaftsförderung. Sie wohnt gleich um die Ecke. Gemeint ist die Begegnungszone Maaßenstraße, die im Herbst freigegeben worden war.

Kritik hagelt es von den Gewerbetreibenden an der Flaniermeile im beliebten Szenekiez. Geklagt wird nicht nur über die Ästhetik dieses Berliner Pilotprojekts, bei dem die Fußgänger Vorrang genießen. Einzelhändler jammern über die weggefallenen Parkplätze und geringere Umsätze, die Wirte darüber, dass sie in der warmen Jahreszeit nicht mehr Tische, Stühle und Bänke aufstellen dürfen. Platz sei nach dem Umbau jetzt genug vorhanden.

Bei einer Begegnung mit Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) überreichten Geschäftsleute eine Protest-Unterschriftenliste. Schöttler sagt, sie wolle „nach vorn gucken“ und die Kritikpunkte aufgreifen. „Ein bis zwei Dinge müssen verändert werden, wenn auch nicht der bunte Würfel direkt neben der Fahrbahn.“ Allzu eilig hat es die Rathauschefin mit Veränderungen in der Begegnungszone nicht. Dazu seien noch zu wenige Erfahrungen gesammelt worden. „Was passiert mit der Maaßenstraße im Hochsommer bei 30 Grad Celsius?“, fragt sich Angelika Schöttler. Das werde gewiss noch ein „großes Thema“, meint auch Martina Marijnissen. Dann nämlich, wenn die Gastronomen versuchen werden, sich auszubreiten, egal wie häufig Mitarbeiter des Ordnungsamts kontrollieren.

Was sich schon bemerkbar macht, ist der steigende Parkdruck. Die Straßen in der Umgebung sind voller Blech. Anwohner finden kaum noch einen Platz. Das ist laut Angelika Schöttler „ein gefühltes Problem“ und von der Tageszeit abhängig.

Trotzdem will das Bezirksamt hier gern tätig werden und eine Parkraumbewirtschaftung, also kostenpflichtiges Parken einführen. Dazu gibt es einen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung schon aus dem Frühsommer 2014. Darin wird das Bezirksamt aufgefordert, die Einführung einer solchen Bezahlzone zu prüfen, das heißt, in einer Voruntersuchung werden Bedarf und Wirtschaftlichkeit einer Parkraumbewirtschaftung in dem Gebiet festgestellt. Fällt die Untersuchung positiv aus, kommt die Parkraumzone. Sie umfasst das Gebiet südlich der Kurfürstenstraße, östlich des Straßenzugs An der Urania, Martin-Luther-Straße und Motzstraße sowie nördlich des Straßenzugs Hohenstaufen-, Pallas-, Goeben- und Yorckstraße und westlich der Wannseebahn.

Noch läuft die Prüfung. Mit einem Ergebnis ist nicht vor dem Sommer zu rechnen. Angelika Schöttler glaubt viele Bürger auf ihrer Seite. Von Gesprächen vor Ort kann sie berichte, dass viele gern eine Parkraumbewirtschaftungszone hätten, weil sie sich dadurch eine Abnahme des Parkdrucks erhoffen. KEN

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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