Bahn sieht keine Notwendigkeit
Bahnhof Spandau bleibt ohne Kofferband

Der Bahnhof Spandau wird keine Kofferbänder bekommen. Sie sind zu gefährlich, sagt die Bahn. Der Bundestagsabgeordnete Swen Schulz hatte nachgefragt.

Den „Fernbahnhof Spandau für Gepäck fit machen“ – so lautete seinerzeit der Antrag der Spandauer SPD. Darin hatte die Fraktion das Bezirksamt aufgefordert, sich bei der Bahn für Kofferbänder entlang der Treppe einzusetzen und zwar am hinteren Eingang des Bahnhofs in Richtung Galenstraße. Die Begründung: Wenn Fahrgäste aus einem überlangen ICE aus- oder einsteigen, ist die „Treppensituation mit Gepäck hier sehr misslich“. Weshalb Kofferbänder die Lösung sein könnten, zumal sie schneller und kostengünstiger seien als der Bau von Rolltreppen oder Aufzügen.

Die Bezirksverordneten sahen das genauso und stimmten besagtem Antrag auf ihrer Sitzung im vorigen September ohne Änderungen zu. Zwei Monate später ließ das Bezirksamt dann wissen, dass eine Antwort von der zuständigen Abteilung der DB Station & Service AG – einer Tochterfirma der Deutschen Bahn AG – noch aussteht.

Kofferbänder laut Bahn gefährlich

Derweil hat Swen Schulz direkt bei der Bahn nachgehakt – und eine Antwort erhalten. So teilt Berlins Bahnchef Alexander Kaczmarek dem Spandauer SPD-Bundestagsabgeordneten mit, dass der Einbau von Kofferbändern grundsätzlich nicht mehr vorgesehen sei. Aufgrund der Gefährlichkeit dieser Anlagen habe die DB Station & Service AG ein Errichtungsverbot erlassen. „Dies trifft insbesondere zu, wenn es sich um sogenannte mehrläufige oder mehrteilige Handgepäckförderbänder handelt, die immer dann notwendig wären, wenn im Treppenlauf ein Zwischenpodest existiert“, so Kaczmarek weiter. Zudem seien am Bahnhof Spandau alle Bahnsteige stufenfrei über Aufzüge erreichbar, weshalb keine Notwendigkeit für den Einbau von Kofferbändern bestehe.

Fahrstühle gibt es allerdings nur im vorderen Teil des Bahnhofs. Wer hinten raus zur Galenstraße will, muss also sein Gepäck weiterschleppen.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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