Variationen für Staaken-Center-Vorplatz
Wasserspiel und Sitzpodest

Das stufenartige Plateau war früher ein Brunnen. Heute stört es eher auf dem Vorplatz.
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  • Das stufenartige Plateau war früher ein Brunnen. Heute stört es eher auf dem Vorplatz.
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Die Machbarkeitsstudie zum Staaken-Center-Vorplatz an der Obstallee liegt vor. Darin schlagen die Planer zwei unterschiedlich teure Umbauvarianten vor.

Der schnöde Vorplatz soll zum zentralen Kiezplatz werden. Mit attraktiven Stadtmöbeln, viel Grün, schönen Ausblicken und verträglichem Verkehr. Ohne Schmuddelecken oder „Angsträume“. Wie das gehen kann, hat eine Machbarkeitsstudie untersucht. Ihre Schwerpunkte: Aufenthaltsqualität und soziale Sicherheit schaffen, Barrierefreiheit garantieren und den Verkehr beruhigen.

„Alle im Kiez wünschen sich eine Verbesserung“, sagte Winfried Müller-Brandes vom beauftragten Planungsbüro „stadtraum“ bei der Präsentation der Studie im Ausschuss für Bauen und Verkehr. „Funktionieren wird das Konzept aber nur, wenn die privaten Eigentümer mitmachen.“ Die seien bisher jedoch „sehr interessiert und aufgeschlossen“, so Müller-Brandes. Was es den Planern aus Bezirksamt und Büros leichter macht, denn ohne die finanzielle Beteiligung der vielen unterschiedlichen Eigentümer geht es nicht. An den zwei Umbauvarianten, die die Machbarkeitsstudie vorschlägt, müssten sich die Privateigentümer mit 750.000 Euro oder mit 600.000 Euro beteiligen.

Mehr Platz für Fest, weniger Angst für Passanten und Anwohner

Den Vorplatz vor dem Staaken-Center wollen die Planer mit Sitz- und Spielmöglichkeiten, einem Wasserspiel, neuer Beleuchtung und mehr Grün aufwerten. Direkt vor dem Center-Eingang soll ein langes Podest mit einer Sitzkante und einer Rampe für Rollis gebaut werden. Fassaden, Hauseingänge und lieblose Ecken könnten mit Holz verkleidet und „Angsträume“ so optisch geschlossen werden. Der Imbiss soll auf die Platzmitte rücken, möglicherweise als Neubau mit WC. Außerdem schlagen die Planer mehr Fahrradstellplätze und einen Radfahrstreifen auf dem Magistratsweg vor. Die alte Packstation soll als „Angstraum“ verschwinden und an den Rand des Vorplatzes verlegt werden. Und auf der Rückseite des Centers sieht die Machbarkeitsstudie einen Anbau vor. Damit die Ideen genügend Platz haben, empfehlen die Planer, die Obstallee auf eine Breite von sieben Metern zu reduzieren und den Mittelstreifen wegzunehmen. „Damit kann viel Fläche gewonnen werden“, so Müller-Brandes. Für den Fußverkehr, aber auch für Kiezfeste oder (Weihnachts)Märkte. Für den Vorplatz am Nahkauf schlagen beide Varianten eine einheitliche Pflasterung, den Abriss der Pflanzkübel, Einzelsitze und Radbügel vor.

Auf der Obstallee wiederum soll es zugunsten der Fußgänger künftig weniger Parkmöglichkeiten geben. Statt der bisher rund 60 Stellplätze inklusive Parkdeck empfehlen die Planer 40 Senkrechtstellplätze am nördlichen Fahrbahnrand. Querungshilfen und eine „verschwenkte“ Fahrbahn sollen den Verkehr zusätzlich beruhigen.

Kommt das Quartierszentrum?

 
Worin sich beide Varianten unterscheiden, ist ein zweiter Quartiersplatz vor dem neuen Bildungs- und Gesundheitszentrum auf einem Grundstück der Gewobag an der Obstallee. Hier schlagen die Planer entweder einen größeren Platz mit mehr Bänken, Spielfläche und Sitzplätzen für ein Café vor oder eine abgespeckte Version. Ob das Quartierszentrum aber wirklich gebaut wird, ist noch offen.

Zwei Varianten gibt es auch für den Knotenpunkt Magistratsweg und Loschwitzer Weg sowie für die Bushaltestelle am Magistratsweg. An der Kreuzung könnte das Linksabbiegen vom Loschwitzer Weg in Richtung Norden entfallen. Die Alternative führt Autos über den nördlichen Pillnitzer Weg oder an die Ampel Obstallee zum Wenden. Die Bushaltestelle wollen die Planer hinter die Einmündung der Obstallee in den Magistratsweg verlegen, also vor das Einkaufszentrum. Das verkürze die Wege ins Wohngebiet und ins Center, so Müller-Brandes. Bei der anderen Option bleibt alles wie gehabt.

Finanziell erhebliche Unterschiede

Unterm Strich betragen die Kosten für die größere Umbauvariante knapp drei Millionen Euro für die öffentliche Hand und 750.000 Euro für die Privateigentümer. Bei der kleineren Variante sind es 1,85 Millionen Euro und 600.000 Euro. Mit einem Baubeginn rechnet Winfried Müller-Brandes 2022/23. Die Mittel, die der Senat noch freigeben muss, kommen aus dem „Stadtumbau“. Der Kiez Heerstraße Nord ist seit 2017 Fördergebiet.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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