Man muss Veränderungen wollen
Goldnetz-Projekt bringt erwerbslose Alleinerziehende ins Berufsleben zurück

Im Kurs lernen die Teilnehmerinnen ihre Stärken zu erkennen.
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  • Im Kurs lernen die Teilnehmerinnen ihre Stärken zu erkennen.
  • Foto: Uta Gärtner
  • hochgeladen von Karla Rabe

Über 30 Prozent der Familien in Berlin bestehen aus Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern. 90 Prozent davon sind alleinerziehende Frauen. Und sie müssen noch immer besondere Hürden beim Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit nehmen. Daher sind sie oft auf Sozialleistungen angewiesen. Das Projekt „Alleinerziehend zum Erfolg“ setzt hier an und hilft alleinerziehenden Müttern, wieder ins Berufsleben zu starten.

Seit fünf Jahren coacht und begleitet der Verein Goldnetz erwerbslose Alleinerziehende auf ihrem Weg in den Beruf. Durch Fortbildung und Ausbildung sollen sie wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden, sodass die Teilnehmer danach ohne Leistungen leben können. „Wir haben insgesamt 932 Teilnehmerinnen auf ihrem beruflichen Weg unterstützt und fast die Hälfte davon konnten wir erfolgreich in eine Erwerbstätigkeit oder eine Fort- und Weiterbildung vermitteln“, erklärt Projektmanagerin Uta Gärtner (57), die seit zehn Jahren bei Goldnetz tätig ist.

Viele Projektteilnehmerinnen stecken in einem Karriereknick. „Viele Frauen gehen zwar einer Arbeit nach. Das sind aber in der Regel Minijobs. Es gibt kaum Chancen auf berufliche Weiterentwicklung. Viele wissen auch nicht, was sie wollen oder ob eine Aus- oder Fortbildung mit Kind überhaupt funktioniert“, erläutert Uta Gärtner.

Hier setzt das Projekt an. Im ersten Drittel von zwölf Wochen geht es darum, die eigenen Stärken zu erkennen, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen aufzubauen. „In dieser Kompetenzbilanzierung werden auch Fragen geklärt, wie es gelingen kann, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen“, sagt Uta Gärtner. In den folgenden acht Wochen gilt es, die beruflichen Ziele zu finden und diese dann auch umzusetzen. Ein großer Teil der Teilnehmerinnen hat einen Berufs- oder Studienabschluss. Auf Grund der familiären Situation können sie ihren erlernten Beruf nicht ausüben. Oft möchten sie auch gar nicht mehr in ihren Ausbildungsberuf zurück. Auch bei der Neuorientierung hilft das Job-Coaching.

Caty S. zum Beispiel hat Landschaftsplanung studiert und während des Studium gemerkt, dass ihr das Fach gar nicht liegt. Sie machte dennoch den Abschluss. Es folgten Heirat, Kinder, Familienarbeit, Trennung. Als ihre Kinder sieben und neun Jahre alt waren, wollte sie einen Neuanfang wagen. Sie wusste jedoch nicht wie.

Mit Hilfe des Job-Coachings hat die 40-Jährige etwas gefunden, worin sie sich eine Zukunft vorstellen kann. Im Bereich Gesundheit. Ihre Erfahrungen mit dem Kurs seien durchweg positiv gewesen, sagt sie. „Ich hatte das erste Mal nach langer Zeit ein positives Gefühl zu mir selbst.“ Sehr geholfen habe ihr auch die Phase der Bewerbung. Dazu gehören Recherche und Analyse des Arbeitsmarktes, die Optimierung der Bewerbungsunterlagen, Bewerbungstrainings und am Ende das Erstellen und Versenden der Bewerbungen.

Weitere Informationen dazu gibt es auf www.goldnetz-berlin.de/alleinerziehend. Unter ¿22 19 22 50 00 oder per E-Mail an alleinerziehend@goldnetz-berlin.de kann ein individueller Termin vereinbart werden. Die nächsten kostenfreien Kurse starten am 5. August und am 1. Oktober in der Infothek Beruflicher Wiedereinstieg, Gutsmuthsstraße 23.

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