Parkläufer auf Rädern
Stadtpark Steglitz hat an Aufenthaltsqualität gewonnen

Parkäufer Tim F. und Aaron E. besprechen mit ihrem Manager Max Hoppe den Einsatz.
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Müll, kaputte Bänke, freilaufende Hunde – Besucher des Stadtparks Steglitz haben in der Vergangenheit immer wieder auf Misstände hingewiesen. Seit gut einem viertel Jahr ist das anders, denn seitdem sorgen Parkläufer für Ordnung.

Tim F. und Aaron E. fallen auf, wenn sie mit ihren leuchtend grünen Jacken und Kappen im Stadtpark Steglitz unterwegs sind. Seit Anfang des Sommers sorgen sie als sogenannte Parkläufer für Ordnung und Sicherheit im Stadtpark sowie dem angrenzenden Bäkepark. Wobei die Bezeichnung Parkläufer nicht ganz korrekt ist, denn die beiden jungen Männer sind in der Regel mit dem Fahrrad unterwegs. „So kommen wir schneller von A nach B und an die Orte, wo gerade unserer Hilfe gebraucht wird“, erklärt Tim F. Denn zu ihren Aufgaben gehört nicht nur, für allgemeine Ordnung und Einhaltung der Parkregeln zu sorgen und beispielsweise Müllecken zu melden oder Hundebesitzer darauf aufmerksam zu machen, dass ihr Vierbeiner an die Leine gehört. „Wir sind auch zur Stelle, wenn jemand in einer Notsituation ist“, sagen die Parkläufer. Einmal mussten sie einer älteren Dame helfen, ihren Rollator aus dem Schlamm zu ziehen. Ein anderes Mal versorgten sie ein Kind, dass sich nach einem Sturz das Knie aufgeschlagen hatte, mit einem Pflaster oder begleiteten ein junges Mädchen zum Bus, weil es Angst hatte. „Jeder Tag bringt eine neue Geschichte“, sagt Aaron E.

Die Arbeit als Parkläufer ist sehr vielseitig. „Dabei geht es nicht darum, autoritär aufzutreten. Wir wollen vielmehr für ein friedliches Miteinander zwischen den verschiedenen Nutzern sorgen“, sagt Max Florian Hoppe. Er ist für die Sicherheitsfirma „SI hoch 3“, die vom Bezirk mit der Betreuung des Parks beauftragt wurde, als Parkmanager für den Einsatz der Parkläufer verantwortlich und erklärt: „Unser Firmenname setzt sich aus den Begriffen Sicherheit, Soziale Inklusion und Soziale Intelligenz zusammen. Neben den Sicherheitsaspekten wollen wir in den Parks dazu beitragen, dass die Parknutzer aufeinander Rücksicht nehmen.“

Kommt es doch einmal zu einem Konflikt zwischen den Parkbesuchern, treten die Parkläufer eher als Schlichter und Vermittler auf. Wenn ein Radfahrer rücksichtslos durch die Anlage rast oder Hundebesitzer ihre Hunde unangeleint laufen lassen, habe bisher das klärende und freundliche Gespräch die Situation entspannen können. „Bislang hatten wir noch nie einen Härtefall“, sagt Aaron E. Auch nicht, als feiernde Jugendliche aufgrund der Lautstärke ermahnt werden mussten. Von Anfang an hätten es einen guten Draht zu den Jugendlichen gegeben. „Wir lassen sie feiern. Allerdings auch unter der Bedingung, die Regeln einzuhalten: gemäßigte Lautstärke und nach der Party den Müll mitnehmen. Wir wollen niemanden vertreiben.“

Wie flexibel die Parkläufer sind, zeigt sich auch in dieser Episode: An einem Fußballwochenende organisierten Fans ein eigenes Public-Viewing und spannten eine Leinwand zwischen zwei Bäumen. Das habe niemanden gestört. Im Gegenteil – so mancher Parkbesucher gesellte sich zu den Zuschauern und verfolgte das Spiel. „Unsere Leute haben lediglich darum gebeten, anschließend den Müll wegzuräumen. Das ist auch passiert“, erzählt Hoppe. So etwas belebt den Park und macht ihn zu einem Platz für Kommunikation.

Das Parkläuferprojekt läuft in vielen Berliner Parks – in Steglitz-Zehlendorf auch rund um den Schlachtensee. Sowohl im Stadtpark als auch am Schlachtensee habe sich die Situation deutlich entspannt, schätzt Max Florian Hoppe. „Die Parkbesucher reagieren durchweg positiv auf unsere Anwesenheit“, sagt Hoppe. Stadträtin Maren Schellenberg betätigt, dass das Projekt gut angenommen wird und dass es spürbare Verbesserungen gibt. Ob und wie das Projekt weitergeht, steht noch nicht fest. Es endet zum Jahresende. Letztlich entscheidet der Senat, ob er im nächsten Jahr in seinem Haushalt Mittel für die Parkläufer bereitstellt.

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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