„Fliegendes Klassenzimmer“ schwebt ein
Mobiler Holzmodulbau sichert Schulplätze

Amelie (vorne), Helena (stehend) und Charlotte aus der Klasse 6a werden schon bald im neuen Holzmodulbau lernen.
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  • Amelie (vorne), Helena (stehend) und Charlotte aus der Klasse 6a werden schon bald im neuen Holzmodulbau lernen.
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Die neuen Räume riechen nach frischem Holz. Durch die großen Fenster scheint die Sonne herein. Für die Grundschule auf dem Tempelhofer Feld im Schulenburgring wurde ein in Berlin bislang einzigartiger mobiler Holzmodulbau errichtet. Ab Februar sollen rund 180 der knapp 500 Schüler dort unterrichtet werden.

Das Besondere der sogenannten „Fliegenden Klassenzimmer 1.0“ sind die Bauweise und die Wiederverwendbarkeit. Die komplett aus Holz bestehenden, industriell vorgefertigten Einzelmodule werden vor Ort zu einem Gebäude zusammengefügt. Da sie flexibel in der Grundrissgestaltung sind, können sie unterschiedlichen pädagogischen und schulfunktionalen Bedarfen angepasst werden. Mit dem Aufbau wurde die Blumer-Lehmann AG aus der Schweiz beauftragt, die bereits viele dieser temporären Schulbauten für Zürich realisiert hat.

Wird der Holzmodulbau nicht mehr benötigt, kann er problemlos ab- und bis zu sechsmal an einem neuen Standort wiederaufgebaut werden. Auf diese Weise kann kurzfristig auf den gestiegenen Bedarf an Schulplätzen reagiert oder ein Ausweichstandort für den Unterricht während geplanter Sanierungsarbeiten an Altbauten ermöglicht werden.

Für die Grundschule auf dem Tempelhofer Feld ist der Pilotbau mit sechs Klassen- und zwei Teilungsräumen sowie Sanitäranlagen ein Glücksfall, denn die Schülerzahlen nehmen weiter zu. In den nächsten zwei Jahren wird die Kapazität von 18 auf 24 Klassen mit je rund 25 Schülern erweitert. „Für uns ist es ein Gebäude, damit wir überhaupt den Schulunterricht aufrechterhalten können und genug Klassenräume haben. Denn zurzeit werden zwei Klassen in Containern unterrichtet und das ist nicht so besonders schön“, berichtet Olaf Garbe. Der Schulleiter findet das Gebäude „super“, vor allem die „lichtdurchfluteten Räume“. Auch den Schülern gefällt es. „Richtig schön“, sagen Helena, Charlotte und Amelie aus der Klasse 6a im Einklang. Für Amelie sieht das Gebäude aus wie eine „Riesensauna“.

Ende Oktober haben die Bauarbeiten begonnen. Die Übergabe ist bereits für den 6. Dezember geplant. Anschließend werden noch Möbel und moderne Whiteboards installiert. „In so kurzer Zeit ist das für Berliner Verhältnisse nicht normal, daher bin ich richtig stolz auf unser Bezirksamt, dass das so hervorragend geklappt hat“, freut sich Olaf Garbe.

„Im Rahmen der Schulbauoffensive handelt es sich hier um einen innovativen, architektonischen und baukonstruktiven Ansatz“, erläutert Franz Garske, im Bezirksamt Leiter des Facility Managements. Das Gesamtkonzept wurde von den Architekten und Fachingenieuren aus seiner Abteilung entwickelt. Der Holzmodulbau für die Grundschule auf dem Tempelhofer Feld ist nur der Anfang. Ein solches Gebäude wird um vier Wochen versetzt auch für die Paul-Klee-Grundschule in der Konradinstraße gebaut. Und nicht nur das. „Erste Ideen zur Entwicklung auch größerer und mehrgeschossiger Schulgebäude (Fliegende Klassenzimmer 2.0) befinden sich in der konkreten Entwicklung“, sagt Franz Garske. Da dieser Bau in seiner Art berlinweit einzigartig sei, werde er in den anderen Bezirken mit großem Interesse verfolgt und könnte sich so an vielen weiteren Standorten durchsetzen.

Die Kosten für die richtungsweisenden beiden ersten Schulgebäude ihrer Art betragen zusammen 3,4 Millionen Euro. Finanziert werden sie aus dem SIWANA-Programm des Senats.

Amelie (vorne), Helena (stehend) und Charlotte aus der Klasse 6a werden schon bald im neuen Holzmodulbau lernen.
In diesem mobilen Gebäude in Holzbauweise werden ab Februar 180 Schüler der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld unterrichtet.

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