„Ein geschundenes Gartendenkmal“
Pläne zur Sanierung des Kynastteichs und der Neugestaltung des Parkrings vorgestellt

Klaus Lingenauber vom Landesdenkmalamt informiert gemeinsam mit den Architekten Max Simshäuser und Volker Röhrs über den schlechten Zustand des Kynastteichs (von links).
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  • Klaus Lingenauber vom Landesdenkmalamt informiert gemeinsam mit den Architekten Max Simshäuser und Volker Röhrs über den schlechten Zustand des Kynastteichs (von links).
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Wer an der Ecke Wolffring und Manfred-von Richthofen-Straße steht, sieht viel Grün, zum Beispiel dichte, hohe Eibenhecken. Nicht möglich hingegen ist der Blick auf den in einer Senke gelegenen Parkring. Das soll sich ändern. Bei einem Rundgang und einer Fragestunde konnten sich Bürger jetzt über Pläne für den Park und den Kynastteich informieren.

Sie betreffen ein Segment des hufeisenförmigen, denkmalgeschützten Parkrings: das Areal zwischen Wolffring im Norden und Schreiberring im Süden sowie zwischen Loewenhardtdamm im Westen und Manfred-von-Richthofen-Straße im Osten. Die Neugestaltung richtet sich nach dem Entwurf von Regierungsbaumeister Fritz Bräuning, der ab 1912 umgesetzt wurde. Bis in die 1950er-Jahre bestand die Anlage ohne wesentliche Veränderungen.

Es gab einen großen Teich zwischen Boelkestraße und Loewenhardtdamm, auf der anderen Seite eine geometrische Gartenfläche mit einer Plansche zum Baden und Rudern. Sie wurde jedoch bereits 1947 geschlossen und 1952/53 von Architekt Bernd Kynast zum „Garten der Blumen“ mit Wasserspielen umgestaltet.

Vom ursprünglichen Zustand ist nicht mehr viel zu sehen. „Das hier ist aus unserer Sicht ein geschundenes Gartendenkamal“, sagte Klaus Lingenauber vom Landesdenkmalamt beim Rundgang. Als kleinen Weiher gibt es noch den Kynastteich, die ehemalige Plansche ist ein gepflasterter Platz mit einer Rhinozeros-Skulptur, die Fontänen auf der Fläche der Wasserspiele sprudeln nicht. Hinzu kommt, dass es seit Jahren keine Mittel für die Grünpflege gibt – Bäume und Sträucher konnten sich unkontrolliert ausbreiten.

Das Ziel der Planungen ist, aus der Anlage wieder das historische „Gesamtkunstwerk“ zu machen, wie Landschaftsarchitekt Volker Röhrs sagte. Einige Eckpunkte: die dichte Bewachsung reduzieren um freie Blicke und Sichtbeziehungen zu ermöglichen, die Wasserspiele aktivieren, die beiden kleinen Spielplätze zu einem größeren zusammenlegen, einen barrierefreien Zugang schaffen, einen Stadtplatz für Feste schaffen. Das markanteste Projekt ist die Wiederherstellung der großen Wasserfläche. Dazu muss zunächst der umgekippte Kynastteich von Faulschlamm befreit und ausgehoben werden. Die Vegetation ist bis auf ökologisch wichtiges Schilf auszudünnen, wie Architekt Max Simshäuser erklärte. Ein weiteres Problem: Anwohner entsorgen regelmäßig Müll im Teich, auch größere Teile wie Fernseher oder Fahrrad.

Die See-Idee stieß nicht bei allen Teilnehmern der Veranstaltung auf Gegenliebe. So gab Heiner Stockschlaeder vom Verein Parkring Neutempelhof zu bedenken, dass unter der Brücke über die Boelckestraße dann keine Konzerte mehr stattfinden könnten, wie sie der Verein seit Jahren organisiert – „wegen der besonderen Akustik und Atmosphäre“. Eine Frau wollte wissen, ob es möglich sei, im neuen Gewässer zu baden.

Dieser Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen, wie die für Grünflächen zuständige Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) auf Anfrage der Berliner Woche mitteilt. „Eine Badestelle kann in einem Gartendenkmal im Hinblick auf die erforderliche hygienische Gewässerqualität und wegen der sonstigen Sicherheitsanforderungen nicht eingerichtet werden.“ Was die Konzerte betrifft, bestehe noch Klärungsbedarf.

Insgesamt beurteilte Heiß die Veranstaltung positiv, es hätte viel Zustimmung zu den Gestaltungsideen gegeben. Das Vorhaben stehe erst ganz am Anfang. „Während der gesamten Projektzeit werden die Bürger einbezogen und informiert, auch Beteiligungsangebote wird es geben“, versicherte die Stadträtin.

Autor:

Ulrike Martin aus Zehlendorf

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