Unterbringung demnächst in Spandau
Flüchtlingszentrum am Flughafen Tempelhof wird aufgelöst

Das mehrfach kritisierte Ankunftszentrum in den Hangars 1-3 im ehemaligen Flughafen Tempelhof ist bald Geschichte. Die Geflüchteten werden vorerst in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau untergebracht.

Bis Ende März soll die Unterbringung im Flughafen endgültig geschlossen werden, wie Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Die Linke) über eine Sprecherin mitteilen ließ. Zuvor hatte unter anderem der Flüchtlingsrat Berlin die Zustände in den alten Flugzeughallen als „katastrophal“ angeprangert.

Demnach seien stets mehrere Hundert Menschen in der seit dem Herbst 2015 von der Tamaja GmbH betriebenen Unterkunft „in nach oben offenen, türenlosen, nur mit einem Vorhang verschlossenen, mit Messestellwänden abgetrennten Parzellen untergebracht“. In den Parzellen müssten die Geflüchteten ohne Tisch, Stühle und Schränke sowie mit nur drei Quadratmetern Fläche pro Person auskommen. „Die mit Baustellenlüftern beheizten, in keiner Weise wärmeisolierten Hallen sind zur Beherbergung von Menschen weder gebaut noch geeignet. Der hohe Dauerlärmpegel, die fehlende Privatsphäre, die Kälte und das mangelnde Sicherheitsgefühl hindern die Menschen am Schlafen“, schilderte der Flüchtlingsrat die Situation.

Eigenen Angaben zufolge wurden dabei auch einige Geflüchtete nach ihrem Alltag im Flughafengebäude befragt. Diese erklärten demnach, dass die „omnipräsente Security“ eine „Atmosphäre der Angst“ verbreite. Beschwerden wurden außerdem über die Temperaturen geäußert. So seien bei einem Test nur 17 statt der geforderten 20 bis 21 Grad gemessen worden. „Die Menschen erhalten als Zudecke nur ein Laken und ein fünf Millimeter dünnes Wegwerfvlies, schlafen wegen der Kälte in ihrer Kleidung, können diese mangels Waschmaschinen usw. aber auch nicht richtig waschen und trocknen.“ Warmwasser in den Sanitäranlagen funktioniere nur teilweise, Heizungen gebe es dort nicht.

Nach der zwischenzeitlichen Unterbringung in Spandau könnte das Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf zukünftig Abhilfe schaffen. Dort soll nach Plänen des Senats bis Ende 2019 ein 20 Millionen Euro teurer Neubau mit 400 Plätzen öffnet werden.

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