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Erfolgreicher Testlauf vom Silbernetz-Hilfstelefon für Senioren

Eine Mitarbeiterin im Team Silbernetz beim Feiertagstelefon. Die Telefonisten bleiben bei den Gesprächen anonym.
Eine Mitarbeiterin im Team Silbernetz beim Feiertagstelefon. Die Telefonisten bleiben bei den Gesprächen anonym. (Foto: Paul Schärf)

360 mal wurde in dem achttägigen Probelauf vom 24. Dezember bis zum 1. Januar das Hilfetelefon unter 0800/47 08 090 gewählt.

Endlich mal reden, jemanden haben, der zuhört. 24 Stunden lang war das Silbernetz-Team zwischen Weihnachten und Neujahr erreichbar. Nach drei Jahren Vorbereitung konnte Silbernetz-Initiatorin Elke Schilling das Hilfsprojekt probeweise an den Start bringen. Silbernetz, das Netz für vereinsamte oder isoliert lebende ältere Menschen, hat sein Vorbild in der britischen „Silver Line“. Dieses nimmt täglich etwa 1000 Anrufe aus ganz Großbritannien entgegen. Dort gab es in der Testphase täglich rund zehn Anrufe. „Wir sind erstaunt, wie nahe unsere Anrufzahlen denen unseres britischen Vorbildes in ihren Anfängen kommen“, sagt Elke Schilling.

Rund 240 Gespräche hat das ehrenamtliche Silbernetz-Team über die Feiertage geführt. Bis auf wenige Ausnahmen haben Menschen über 60 angerufen, weil sie reden wollten. Meistens waren es Frauen. Die Erzählungen der Anrufer klangen „manchmal resigniert, manchmal zornig und manchmal traurig“, sagt Elke Schilling. Sie will das Silbernetz dauerhaft und deutschlandweit etablieren. Das Projekt vom Humanistischen Verband Deutschlands Berlin-Brandenburg (HVD) braucht daher Geld, denn die Förderung der Lottostiftung läuft im ersten Quartal 2018 aus. Ende November hat der Verein Silbernetz die Kampagne „Gegen Einsamkeit im Alter!“, kurz GEiA!, vorgestellt. Das Feiertagstelefon war Teil der Kampagne und Testlauf für den Dauerbetrieb, der 2018 starten soll.

Der Verein Silbernetz, der im Sprengelhaus in der Sprengelstraße 15 arbeitet, hat ein dreistufiges Angebot für ältere einsame Menschen entwickelt. Nach dem Erstkontakt mit den Angestellten der Hotline können die Betroffenen an einen "Silbernetz-Freund" vermittelt werden, wenn sie dies wünschen. Das sind geschulte Ehrenamtliche, die einmal in der Woche eine Stunde einen älteren vereinsamten Menschen anrufen und ihm Gesprächszeit schenken. Die Silbernetz-Freunde geben auch Tipps zu Kiezangeboten, um die Vereinsamten aus der Isolation zu holen.

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