Eigene Möbel tischlern: Baufachfrau Berlin bietet einen neuen Workshop an

Sophie Schultze-Allen baut sich diese Fußbank.
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  • Sophie Schultze-Allen baut sich diese Fußbank.
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Sägen, bohren, schleifen und dann das eigene Möbelstück zusammenbauen: Das können seit einigen Wochen Pankower Frauen ohne festen Job.

„Werkbank statt Schulbank – praktisch Lernen“ heißt das Projekt, das ihnen dies ermöglicht. Initiiert wurde es vom Verein Baufachfrau Berlin. In dessen Werkstatt in der Lehderstraße 108 erfuhren die Frauen zunächst, welche Schritte beim Bau eines Möbelstücks erforderlich sind. Sie lernten Werkzeuge kennen, erfuhren, wie man mit dem Rohstoff Holz ressourcenschonend umgeht und den Materialeinsatz plant. Dann ging es daran, ein eigenes Möbelstück zu skizzieren, die Arbeitsschritte und den Materialeinsatz zu planen und das Möbeslstück anzufertigen.

„Wir wollen arbeitslosen Frauen die Möglichkeit geben, eigene Möbel von der Idee bis zur Fertigstellung eigenständig zu bauen“, sagt Ilka Holtorf, Projektleiterin des Vereins Baufachfrau. „Dafür stellen wir ihnen unsere Werkstatt, Werkzeug und fachliche Beratung zur Verfügung.“ In diesem Projekt erhalten die Teilnehmerinnen zugleich einen Einblick in den Beruf der Tischlerin. Finanzielle Unterstützung gab es für dieses Projekt vom Europäischen Sozialfonds und von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.

„Ich habe einen Stuhl aufarbeiten und neu polstern können. Außerdem baue ich mir eine Fußbank. Die ist fast fertig“, sagt die Pankowerin Sophie Schultze-Allen. „Für mich war es auch interessant, die Ideen der anderen Teilnehmerinnen kennenzulernen. Besonders schön finde ich, dass mir die Fachfrauen viele Tipps und Tricks vermitteln.“ Cory Seyler baut hingegen ein Regal mit Einlegebögen. „Ich arbeite viel künstlerisch, male Aquarelle und gestalte Computergrafiken. Da brauche ich ein Ablagesystem für meine Kunstwerke. Und das baue ich mir gerade“, sagt sie. Einen Hängeschrank aus recyceltem Holz fertigt Christiane Eder an. „Die Flügel bestehen aus ausrangierten Fenstern, und auch für den Korpus verwendete ich Holzreste“, erklärt sie. „Da sieht man mal, was man mit Holzresten noch anfangen kann. Der Hängeschrank wird von einer Bekannten noch mit Serviettentechnik gestaltet.“

Dieser erste Workshop „Werkbank statt Schulbank – praktisch Lernen“, der bis Ende April läuft, zeigt dem Team des Vereins Baufachfrau Berlin, wie nachgefragt und wichtig solche Qualifizierungsangebote sind. „Wir möchten diese Art der Qualifizierung noch weiter entwickeln und arbeiten bereits an einem neuen Projektes“, so Ilka Holtorf. Dazu sind dann erneut Frauen willkommen, die unter fachlicher Anleitung ihre Möbelstücke bauen möchten.

Weitere Informationen gibt es auf www.baufachfrau-berlin.de.

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