Freie Georgschule hat Ersatzstandort in Staaken jetzt sicher
"Unsere Schule hat Zukunft"

Christoph Huhn studiert die Baupläne. Wenn alles gut läuft, geht Waldorfschule in drei Jahren komplett ans Netz.
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Die Freie Georgschule hat jetzt den Kaufvertrag für ihr neues Grundstück im „Metropolitan Park“ unterschrieben. Dort soll in den nächsten zwei Jahren eine Waldorfschule für 400 Schüler entstehen. Bis dahin wird saniert und neu gebaut.

Der Kaufvertrag ist unter Dach und Fach. Die Freie Georgschule hat ihren Ersatzstandort auf dem Gelände des alten Krankenhauses Staaken (West) jetzt sicher. „Im Juli wollen wir den Bauantrag stellen“, sagt Christoph Huhn. „Wenn alles gut geht, sind wir um Ostern 2023 herum mit allem fertig.“

Was der Schulleiter mit „allem“ meint, ist eine Waldorfschule für 400 Schüler und eine Kita mit 80 Plätzen. Die soll auf einem rund 10.000 Quadratmeter großen Grundstück im Wohnquartier „Metropolitan Park“ an der Schulstraße entstehen. Das Grundstück hat die private Georgschule dem Investor „Prinz von Preußen Grundbesitz AG“ als neuem Eigentümer des ehemaligen Krankenhausgeländes Staaken (West) abgekauft. Das Areal war früher der Flugplatz Staaken. Einziehen will die Schule in einen alten Kasernenteil, der späteren Frauenstation des Krankenhauses. Dazu ist ein Neubau mit öffentlicher Kita geplant. Hort und Mensa sind in einem Querflügel angedacht. Zum Schulcampus gehören somit künftig drei Gebäude mit gut 7000 Quadratmetern Nutzfläche. Architekten haben die genauen Pläne bereits erarbeitet. Ihre Entwurfsstudie hängt im Schulfoyer aus.

Altbau ist bereits entkernt, das Dach erneuert

Passiert ist in Sachen Bauplanung aber schon einiges mehr. Der ruinöse Altbau ist von Schutt befreit und entkernt, alte Versorgungsleitungen wurden herausgerissen und löchrige Dächer geschlossen. Im denkmalgerecht sanierten Altbau sollen rund 240 Grundschüler in den Klassen 1 bis 6 unterrichtet werden, im Neubau die Oberschüler. Der Altbau hat 40 Unterrichtsräume, der Neubau nebst Aula 25 Räume, verteilt über drei Etagen.

Mit 400 Schulplätzen und der Oberstufe ist die Waldorfschule deutlich größer als die Freie Georgschule. An der Götelstraße lernen momentan 125 Grundschüler, die Kita betreut 31 Kinder. „Die Oberstufe werden wir beantragen, wenn die Baugenehmigung für den Neubau vorliegt“, sagt Christoph Huhn. Sorge, die Waldorfschule nicht voll zu bekommen, hat der Schulleiter nicht. „Staaken ist ein Zuzugsgebiet. Das Umland grenzt an, ebenso wie mehrere Neubaugebiete in Richtung Brunsbütteler Damm.“ Auch beim Lehrerpersonal ist Christoph Huhn optimistisch. „Wir bekommen permanent Bewerbungen auf den Tisch.“

Umzug in den Herbstferien 2022

Bis die Freie Georgschule in der Wilhelmstadt als Waldorfschule in Staaken wiedereröffnet, dauert es aber mindestens zwei Jahre. Zuerst wird der historische Kasernenteil saniert. In den Sommer- oder Herbstferien 2022 sollen alle Schüler dann dorthin umziehen. Das ist der Plan. „Mitnehmen werden wir nur das Nötigste“, sagt der Schulleiter. Um Ostern 2023 herum soll der Neubau für die Oberstufe ans Netz gehen. „Hoffentlich“, schiebt Christoph Huhn nach. Offen ist noch, ob die Oberstufe mit Abitur genehmigt wird und Fördermittel fließen. Die Kita wiederum setzt der Bebauungsplan für den „Metropolitan Park“ voraus. Dieses Bauprojekt nimmt die Georgschule dem Investor also ab. Aber auch hierfür wären Fördermittel willkommen.

Schulträger ist der Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik Berlin-Spandau. Der hatte mit der „Prinz von Preußen Grundbesitz AG“ vier Jahre lang verhandelt. Ursprünglich wollte die Georgschule in ein anderes Gebäude. Doch der Investor hat damit Wohnhauspläne. Viel Zeit will die Schule jetzt nicht mehr verlieren. Denn es steht lange fest, dass sie aus der Götelstraße raus muss. Dort ist die Freie Georgschule nämlich nur geduldet. Der Schulträger hat für den Standort in der Wilhelmstadt bis heute keine Nutzungsgenehmigung. Der Grund: Der Standort liegt in einem Gewerbegebiet, weshalb die Bauaufsicht des Bezirksamtes der Privatschule keine Baugenehmigung erteilte. Das Widerspruchsverfahren war dann längere Zeit bei der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung anhängig. Am Ende wurde entschieden, die Schule in den angemieteten Räumen an der Götelstraße aus Gründen der sozialen Härte solange aktiv zu dulden, bis der Schulträger einen Ersatzstandort gefunden hat. Das sei nun geschehen, sagt Christoph Huhn und ist darüber sichtlich erleichtert. „Unsere Schule hat eine Zukunft im Bezirk. Wir bleiben dauerhaft und können jetzt Wurzeln schlagen.“

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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