Zwischen Grün und Moderne
Stadtführung: Am 23. November 2019 geht’s zum Goebelplatz

Bei meinem 178. Stadtspaziergang lade ich Sie nach Charlottenburg-Nord ein, nahe dem Volkspark Jungfernheide.

Das ist auf den ersten Blick ein weitläufig-unspektakuläres Quartier mit ruhigen Straßen und unauffälligen Nachkriegswohnbauten. Unterbrochen wird die Gleichförmigkeit vom großen, weißen Block der evangelischen Gemeindekirche.

Fünf Minuten entfernt, am Goebelplatz, gelangt man unvermittelt ins Weltkulturerbe der 20er-Jahre. Man staunt, wie abwechslungsreich man trotz sparsamer Mittel damals bauen konnte. Es ist die Großsiedlung Siemensstadt, bekannt auch als „Ringsiedlung“, die von der UNESCO ausgezeichnete „Siedlung der Berliner Moderne“.

Nördlich der Goebelstraße muss wohl das Wort „Balkonien“ erfunden worden sein, denn die Fassaden der neun zwischen viel Grün aufgereihten Zeilenbauten von Hugo Häring sind von einer wahren Balkonlandschaft geprägt. Gegenüber setzte Otto Bartnig auf das schmale Grundstück zwischen Straße und der Siemensbahn-Trasse nach Gartenfeld einen 340 Meter langen Block. Der wurde „Langer Jammer“ genannt – wegen der strengen Straßenfront.

Man muss nur den Heckerdamm überqueren, dann ist man im Grünen, im Volkspark Jungfernheide. Wie man von Anwohnern hört, haben sich die Kaninchen aus dem Volkspark schon längst auf den Weg zu den Ringsiedlungen gemacht. Und so muss man sich nicht wundern, dass auch Reineke Fuchs hier zwischen den Häusern spazieren geht.

Der Spaziergang beginnt am 23. November 11 Uhr. Treffpunkt ist die Evangelische Kirche, Toeplerstraße 1. Verkehrsverbindung: U7 Bahnhof Halemweg, fünf Minuten Fußweg bis Toeplerstraße. Die Führung ist für Leser der Berliner Woche kostenlos. Allerdings ist eine Anmeldung erforderlich: am Freitag, 22. November, von 10 bis 12 Uhr anrufen unter 887 27 74 14.

Autor:

Bernd S. Meyer aus Mitte

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