Abgase statt Handarbeit: Stadtreinigung verteidigt Einsatz von Laubbläsern

Corona- Unternehmens-Ticker

Jetzt sind wieder massenhaft BSR-Mitarbeiter mit Laubbläsern unterwegs, die vor allem eines sind: laut. Ich frage mich, muss das sein?

Wenn ich an Luftverschmutzung denke, denke ich an Autos, an große Fabriken mit dicken Schornsteinen. Doch auch Gartengeräte wie die von der BSR derzeit massenhaft eingesetzten Laubbläser pusten Abgase in die Luft. Außerdem machen sie ordentlich Krach und wirbeln Mengen an Staub auf. Der Bund für Umwelt und Naturschutz wertet ganz klar: Laubsauger schaden Flora und Fauna. Die lauten Ordnungshalter saugen mit den welken Blättern auch Spinnen und Insekten auf. Doch der Boden braucht eine schützende Deckschicht aus Blättern. Der Tipp der Umweltschützer: Einfach mal Besen oder Harke benutzen. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) verteidigt ihre motorgetriebene Arbeit dagegen mit dem Hinweis auf die Sicherheit. Feuchtes Laub auf Gehwegen sei eine gefährliche Rutschfalle.

BSR-Sprecher Sebastian Harnisch hält Laubbläser für unverzichtbar. „Sie schaffen in kurzer Zeit viel Laub weg. Das ist wichtig, damit Fußgänger sicher unterwegs sein können“, sagt er und verweist auch darauf, dass die Laubbläser in Ecken gelangen, wo Besen keine Chance haben – etwa in Parkbuchten und unter Fahrzeuge. Natürlich ist es wichtig, dass Gehwege sicher sind. Ich finde es gut, dass sich die Stadtreinigung darum bemüht. Dennoch frage ich mich, ob sich das nicht auch durch normales Kehren erreichen ist – abgasfrei und leise. Doch Harnisch rechtfertigt weiter: „Reine Handarbeit wäre mit wesentlich höheren Kosten verbunden – und dem Gebührenzahler kaum vermittelbar."

Autor:

Jana Tashina Wörrle aus Charlottenburg

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