Öko-Gleichgewicht wieder herstellen
Lietzensee wird saniert

Der Lietzensee bekommt eine Therapie. Die ersten Maßnahmen zum Erhalt des Öko-Gleichgewichts haben bereits begonnen.

Sauerstoffmangel, zu viele Algen, zu wenig Wasser: Dem Lietzensee geht es schon länger nicht gut. Weshalb das Bezirksamt den kleinen Stadtsee nun offenbar aufwendig sanieren lässt und zwar auf der Grundlage eines Gutachtens zur Gewässerqualität. „Darauf aufbauend wurden Sanierungsmaßnahmen entwickelt und mit dem Denkmalschutz abgestimmt“, teilt das Bezirksamt mit. Die ersten Sanierungsmaßnahmen haben Anfang Oktober begonnen. Was genau getan wird, teilt das Amt im Fachjargon mit. So soll zunächst der Nährstoffgehalt des Sees mittels einer Phosphatfällung reduziert werden, damit der offenbar überdüngte Lietzensee wieder atmen kann. Denn zu viele Nährstoffe fördert den Algenwuchs und damit die Zunahme pflanzlicher Biomasse. Bei deren Abbau wird dann meist zu viel Sauerstoff verbraucht, was wiederum zu Fischsterben führen kann. „Um eine Rücklösung der Nährstoffe zu verhindern, werden sie am Gewässergrund durch eine sogenannte Konditionierung festgelegt“, lässt das Bezirksamt weiter wissen. Dazu werden chemische Sauerstoffträger in den See geleitet. Die bewirken dann, das Sedimente am Seegrund reduziert und mineralisiert werden. Der See wird quasi künstlich belüftet. Erster positiver Effekt sind eine bessere Sichttiefe und mehr Lichtdurchlässigkeit. Wasserpflanzen können sich wieder ansiedeln und zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichts beitragen.

In den Folgejahren will das Bezirksamt dann noch den Wasserstand erhöhen. Dafür soll Grundwasser eingeleitet werden. Außerdem wird das Ufer neu bepflanzt, und der See bekommt sogenannte Unterwasserweiden als Schutz und Jagdraum für die Hechte. Die Raubfische sollen die Fischpopulation regulieren helfen. Mit diesem Therapiegesamtpaket soll sich der Lietzensee möglichst schnell wieder erholen.

Der sichelförmige See ist nur 6,6 Hektar groß und bis zu vier Meter tief. Der Park drumherum ist seit den 1990er-Jahren eine denkmalgeschützte Gartenanlage. Die Große Kaskade und das Parkwächterhaus sind Baudenkmale. Der See selbst hat keinen Zufluss und speist sich komplett aus Grundwasser. Da es wegen Sauerstoffmangel auch zu Fischsterben gekommen ist, wurden im See Belüftungsgeräte installiert.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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