Premiere mit Berliner Titelchancen
Vom 24. bis 31. Juli findet auf dem Müggelsee erstmals die Segel-Weltmeisterschaft der Yngling-Klasse statt

Von der Hafenbar und der Anlegestelle am Spreetunnel aus können die Segler bei der Fahrt zur Startlinie beobachtet werden.
  • Von der Hafenbar und der Anlegestelle am Spreetunnel aus können die Segler bei der Fahrt zur Startlinie beobachtet werden.
  • Foto: Foto: Philipp Hartmann
  • hochgeladen von Philipp Hartmann

Im vergangenen Jahr wurde sie wegen der Pandemie abgesagt. Jetzt kann die Segel-Weltmeisterschaft der Yngling-Klasse auf dem Großen Müggelsee stattfinden. Vom 24. bis 31. Juli treten einige der besten Segler der Welt hier an. Auch ein Berliner hat gute Titelchancen.

„Berlin kann sich auf ein echtes Highlight freuen! Selten haben sich so viele Segler von Weltrang in der Hauptstadt versammelt“, sagt Cheforganisator Jan Prockat (58). Er ist Sportwart beim Yachtclub Berlin-Grünau, der die WM ausrichtet. Zuständig ist er für die sportliche Durchführung auf dem Wasser. Während der Regatten wird er auf dem Startschiff sicherstellen, dass keiner zu früh startet und alle den Kurs einhalten. Mehr als 50 Teilnehmer aus 13 Ländern haben sich seiner Auskunft nach registriert. Mit dabei seien Starter aus Australien, Argentinien und zahlreichen europäischen Ländern. „Als ausrichtender Verein wollen wir diese Chance nutzen, unseren schönen Sport auch den Menschen an Land näherzubringen. Segeln soll sich nicht nur weit draußen auf dem Wasser abspielen. Wir möchten die Begeisterung dafür bis ans Ufer tragen.“

Für Zuschauer wird es allerdings schwierig, das Geschehen auf dem Wasser zu verfolgen. Vom Ufer aus ist das kaum möglich, vom Müggelturm, so der Geheimtipp von Jan Prockat, schon eher. Zumindest besteht vor den Rennen eine gute Chance, die Segler auch von Nahem zu beobachten. Die Regatten, von denen zwei pro Tag direkt nacheinander geplant sind, werden stets um 12 Uhr gestartet und dauern jeweils eine Stunde. Vor dem Start müssen alle Boote zirka 800 Meter die Müggelspree durchfahren. Dabei kommen sie direkt am Spreetunnel, dem Restaurant Ehrlich, der Hafenbar und der Dampferanlegestelle am Müggelpark vorbei. Zwischen 11 und 11.30 Uhr, so schätzt der Organisator, werde dort jeweils die ganze Armada entlangsegeln. An den ersten beiden WM-Tagen finden laut Prockat Vermessungen statt. Der erste Renntag ist der 26. Juli. Das Finale mit Siegerehrung auf dem Vereinsgelände am Müggelseedamm 72 steigt fünf Tage später. Der 29. Juli sei als Reservetag eingeplant, sofern schlechtes Wetter zu Verzögerungen führen sollte. Wer auch während der Rennen auf dem Laufenden bleiben will, kann auf www.yngling-worlds-berlin.de stets die aktuellen Positionen der Boote aufrufen. Alle Teilnehmer haben dafür GPS-Geräte an Bord. Gefahren werden insgesamt zehn Rennen. Bei jedem werden Punkte für die einzelnen Platzierungen vergeben. Am Ende gewinnt derjenige, der die wenigsten Punkte insgesamt erhalten hat.

Der Müggelsee, so berichtet Jan Prockat, sei für ein solches Event aufgrund seiner fast runden Form gut geeignet. „Nicht wie der Wannsee, der ziemlich zerklüftet ist.“ Ein wenig tückisch seien die „Winddreher“, hervorgerufen durch die Müggelberge. Nicht umsonst hätten zahlreiche hervorragende Segler hier gelernt. Einer von ihnen ist Europameister Robert Stanjek, den Prockat als „ganz heißen Kandidaten“ einschätzt. Stanjek wurde, wie der erfolgreichste deutsche Segler aller Zeiten, Jochen Schümann, sowie viele weitere Olympiasieger, Welt- und Europameister vom Yachtclub Berlin-Grünau hervorgebracht. „Ich habe immer davon geträumt, einmal eine Regatta von Weltrang auf dem Müggelsee zu segeln. Hier bin ich als Segler groß geworden, habe auch meine ersten Regatten hier gesegelt“, erzählt er. Seit 20 Jahren sei er allerdings eher auf den großen Revieren der Welt unterwegs. Umso mehr freue er sich, nach dem Gewinn des EM-Titels vor zwei Jahren nun doch noch die Chance zu bekommen, in seinem Heimatrevier „sportlich noch einmal eins draufzusetzen“. „Wichtig ist mir, dass wir als Vorbild auch für andere Vereine vorangehen und zeigen: Sportlicher Wettkampf ist auch in Zeiten von Corona möglich“, so der Profisegler.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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