Spielgeräte auf dem Marheinekeplatz bergen Unfallgefahr

Das Schild ist auf dem Spielplatz am Marheinekeplatz angebracht. Was als Zertifikat gilt, klingt nun wie ein Witz. Denn spielen kann man hier aus Sicherheitsgründen kaum.
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Kreuzberg. „Spielen ist Risiko“. Unter diesem Motto standen das erst im April eröffnete Piratenschiff und weitere Spielmöglichkeiten auf der neu gestalteten Anlage am Marheinekeplatz.

Eigentlich sollten Kinder auf dem Marheinekeplatz toben und sich an den neuen Spielgeräten auslassen. Das Risiko scheint aber nicht zu verantworten. Denn seit 1. Juli sind außer den Schaukeln alle anderen Geräte gesperrt und durch einen Gitterzaun gesichert. Bereits Ende Juni war das zeitweise der Fall. Damals gab es Nachbesserungen, zum Beispiel wegen gebrochener Nähte. Auch das Fundament wurde verstärkt und weitere Stangen wurden eingebaut.

Geholfen hat das nichts, sondern eher das Gegenteil bewirkt. Auch danach wurden noch Vibrationen am Piratenschiff festgestellt. Und die zusätzlichen Stangen könnten Kinder zu weiteren waghalsigeren Kletteraktionen animieren. Ein TÜV-Prüfer kam deshalb zu der Ansicht, dass erhebliche Unfallgefahr bestehe. Deshalb wurden jetzt weite Teile des Spielplatzes geschlossen.

Bestätigt von dieser Einschätzung sieht sich der Mieterrat Chamissoplatz. Schon vor der offiziellen Eröffnung habe sich dort ein Kind verletzt, wird dort behauptet. Das sei auch Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis90/Grüne) bei der Einweihung mitgeteilt worden.

Nach Ansicht des Mieterrats birgt bereits die Konstruktion des Piratenschiffs erhebliche Risiken. Die jungen Besucher würden an den rutschigen Metallstangen "emporkraxeln", nur um auf weiter unten befestigte Stäbe ganze drei Meter tief fallen zu können. Die phasenweise Freigabe grenze deshalb an „fahrlässiges Handeln“, heißt es.

Welche Phantasie Kinder an manchen Spielgeräten entwickeln, sei möglicherweise unterschätzt worden, lässt Ursula Meyer, Mitarbeiterin von Stadtrat Panhoff, durchblicken. Sie betont gleichzeitig, dass das Piratenschiff und die anderen Modelle im Vorfeld des Umbaus den Eltern bei einer Informationsveranstaltung vorgestellt und dort gewünscht worden waren.

Wie es jetzt weitergeht, wird derzeit untersucht. Zunächst geht es darum, ob die Geräte noch so weit ausgebessert werden können, dass sie keine Gefahr mehr darstellen. Ist das nicht der Fall, bleibt eigentlich nur der Abbau und möglichst ein Ersatz durch neue Geräte. Das würde aber wahrscheinlich einige Zeit dauern.
Egal was passiere, dem Bezirk würden dabei keine Kosten entstehen, sagt Ursula Meyer. Denn noch greife die Garantie. tf

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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