Chefredakteur geht in den Ruhestand
Helmut Herold machte bürgerschaftliches Engagement zum Thema der deutschen Anzeigenblätter

Unermüdlicher Werber für freiwilliges Engagement. Auf der Berliner Freiwilligenbörse tauschte sich Helmut Herold (Dritter von links) intensiv mit Ehrenamtlichen aus. Ihre Leistung ist für ihn ein unverzichtbarer Beitrag für das Funktionieren unserer Demokratie.
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  • Unermüdlicher Werber für freiwilliges Engagement. Auf der Berliner Freiwilligenbörse tauschte sich Helmut Herold (Dritter von links) intensiv mit Ehrenamtlichen aus. Ihre Leistung ist für ihn ein unverzichtbarer Beitrag für das Funktionieren unserer Demokratie.
  • Foto: Berliner Woche
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Helmut Herold verabschiedet sich in wenigen Tagen nach knapp 17 Jahren als Chefredakteur der Berliner Woche und des Spandauer Volksblatts in den wohlverdienten Ruhestand. Bürgerschaftliches Engagement hat er in dieser Zeit zu einem Markenkern der Anzeigenzeitung gemacht.

„Er wird uns fehlen, der Helmut Herold, in der Aufgabe, die er so professionell wie ansprechbar bekleidet hat“, sagt Carola Schaaf-Derichs, Geschäftsstellenleiterin des Landesnetzwerks Bürgerengagement, dessen Mitglied die Berliner Woche ist. Bürgerschaftliches Engagement machte Helmut Herold Anfang 2011 zum Leitmotiv der Berliner Woche und des Spandauer Volksblatts – zusammen mit anderen im Berliner Wochenblatt Verlag, wie Helmut Herold betont. Damals hatte der Verlag eine Markenstrategie für die Zeitung entwickelt. Um den Markenkern "Näher dran" gruppierten sich drei Markenwerte: verlässlich, frisch und engagiert. Um den dritten Markenwert mit Leben zu erfüllen, erschien am 2. Februar 2011 erstmals die Seite „Berlin engagiert“. Sie ist seither fester Bestandteil der Berliner Woche.

Ein Pool von Autoren stellt Woche für Woche Personen, Vereine, aber auch Unternehmen vor, die sich dem Gemeinwohl verschrieben haben und nicht allein an den Profit denken. Einen festen Platz auf „Berlin engagiert“ haben wiederkehrende Veranstaltungen wie die Freiwilligenbörse, der Gute-Tat-Marktplatz, die Stiftungswoche, der Tag der offenen Gesellschaft und „Berlin machen“. Bei der Woche des bürgerschaftlichen Engagements im September ist sogar – auf Initiative der Berliner Woche – der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter Medienpartner.

Helmut Herold hat den Themen Ehrenamt, bürgerschaftliches Engagement und Freiwilligenarbeit breiten Raum gewährt, lobt Jürgen Bianchi vom ehrenamtlichen Kabarett „Die Lückenbüßer“. Die Berlin-engagiert-Seite sei beliebt bei den Organisationen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten, und bei Interessenten für ein Ehrenamt. Sein Kabarett habe der Berliner Woche viele Auftritte und die erfolgreiche Suche nach geeigneten Mitstreitern zu verdanken. Denn Vereine, Initiativen und Organisationen können auf der Seite kostenlose Kleinanzeigen schalten, mit denen sie Freiwillige für ihre Arbeit suchen und finden.

Er kenne kaum jemanden, der wie der Chefredakteur der Berliner Woche mit derart fachlicher und menschlicher Kompetenz das bürgerschaftliche Engagement über ein Jahrzehnt unterstützt und gefördert habe, sagt Jürgen Grenz, Gründer und Vorstand der Stiftung Gute-Tat. Das Lob zeigt, bürgerschaftliches Engagement war und ist ein großes Thema in der Stadt. Jeder dritte über 18-Jährige engagiert sich, privat oder in organisierter Form, überwiegend im Sport. Ein weiteres Drittel der Berliner ist zu einem freiwilligen Einsatz bereit. Diesem ehrenamtlichen Einsatz will die Berliner Woche mit ihrer Engagiert-Seite ein Forum und eine Plattform bieten – und zugleich ein Ort der Würdigung sein.

Eine „spannende Aufgabe“, wie der scheidende Chefredakteur betont. Mit der Berichterstattung über das Ehrenamt in all seiner Vielfalt habe die Berliner Woche vor mehr als acht Jahren Neuland betreten. Und bis heute sei „Berlin engagiert“ eine journalistische Herausforderung, erklärt Herold. Bürgerschaftliches Engagement sei still und unspektakulär. Es produziere kaum Schlagzeilen. „Es ist aber so wichtig.“ Etwas Gutes für andere zu tun sei gesellschaftlich relevant, betont er.

Auch wenn er jetzt die Verantwortung für „Berlin engagiert“ in andere Hände legt, ist ihm nicht bange um die weitere Entwicklung seiner Seite. Das Projekt werde weitergehen. Und natürlich bleibt er dem bürgerschaftlichen Engagement auch im Ruhestand treu. Er will im Trägerverein des Landesnetzwerks mitarbeiten und im Sozial- und Wohlfahrtsverband „Volkssolidarität“, dessen Mitglied er ist, „ein bisschen mitmachen“.

Mal sehen, wie viel Zeit ihm da noch bleibt für sein ganz privates Engagement: in seinem Garten und als Babysitter seiner Enkelkinder.

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