Der Görli und kein Ende
Resolution fordert Rücktritt des Parkrats

Wie sicher oder gefährlich ist ein Besuch im Görlitzer Park?
  • Wie sicher oder gefährlich ist ein Besuch im Görlitzer Park?
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  • hochgeladen von Thomas Frey

Die Szenerie war nicht anders, als bei ähnlichen Veranstaltungen. Teams, meist zusammengesetzt aus dunkelhäutigen Männern, traten bei einem Fußballturnier gegeneinander an.

Aber dieses Kicker-Kräftemessen hatte im Vorfeld für einigen Aufruhr gesorgt. Es fand am 14. September im Görlitzer Park statt. Zur Teilnahme eingeladen waren Menschen, die sich häufig dort aufhalten. Was zumindest die Vermutung zuließ: Auch Dealer waren vertreten. Das führte unter anderem zum Vorwurf, die Drogenproblematik in der Grünanlage werde durch so einen Event verharmlost, ja ausgeblendet. Auch mit Verweis auf die aktuelle Kriminalstatistik. Demnach ist die Zahl der Gewalttaten im Görli im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zu Vorjahr um 50 Prozent angestiegen. Bei Raub gab es ein Plus von 30 Prozent. Häufig standen die Delikte in direktem Bezug zum Handel mit Betäubungsmitteln.

Bereits die große Zahl von Dealern an den Eingängen sorgt bei vielen potenziellen Besuchern des Parks nicht unbedingt für ein größeres Sicherheitsgefühl. Zumindest für die Nachtstunden gilt das auch für Bürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis90/Grüne). Sie gehe zu diesen Zeiten weder in den Görlitzer noch durch andere Parks, sagte sie kürzlich in einem Interview. Kurz zuvor hatte die Rathauschefin erklärt, dass im Görli niemand ausgegrenzt werden solle. Was bedeutete: auch nicht die Dealer. Den kriminellen Strukturen dort Herr zu werden, sei vor allem Aufgabe der Polizei.

Zuletzt gab es auch die Idee, die Grünanlage einzuzäunen und nachts abzuschließen. Das hätte aber wahrscheinlich die Nebenwirkung, dass sich der Drogenhandel, wie bereits jetzt, in den umliegenden Quartieren ausbreitet.

Den Versuch, die Situation zumindest niederschwellig etwas zu entschärfen, machen Institutionen, wie zum Beispiel der Parkrat. Der hat auch das Fußballturnier organisiert. Und damit habe er sich ins Abseits gestellt, findet Timur Husein, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksverordnetenversammlung. Für die kommende Sitzung der Verordneten am 25. September hat Husein eine Resolution eingebracht, die das Gremium zum Rücktritt auffordert.

Vielleicht war das nur ein subjektiver Eindruck. Aber während das Fußballturnier lief, schien es so, als wäre die Zahl der Dealer ziemlich reduziert.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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