Skulptur zum Gedenken an Opfer der sowjetischen Militärjustiz und der Stasi
Denkort am ehemaligen Stasi-Gelände in Berlin

Unmittelbar neben dem ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit wird die Skulptur „EINSCHLÜSSE“ des Berliner Künstlers Roland Fuhrmann errichtet. Der Entwurf ist jetzt von einer Jury für den Erinnerungs- und Gedenkort Roedeliusplatz ausgewählt worden. Er zeigt vier aus Metall nachgebildete Zellentüren, die ineinander gekeilt und zusammengerückt sind und erinnert damit an diejenigen, die ab 1945 mit z. T. grob rechtstaatswidrigen Methoden an den Orten der Repression inhaftiert und verurteilt wurden. Damit wird ein Vorschlag des Aufarbeitungsvereins Bürgerkomitee 15. Januar e.V. nach mehrjähriger Diskussion realisiert.

„Nachdem jahrelang über das Stasi-Gelände als Ort der Repressions-Apparatschiks geredet worden ist, wird endlich ein beeindruckendes Zeichen für die gesetzt, die unter der stalinistisch geprägten Repression gelitten haben. Nach dem Krieg sind Hunderte in Verantwortung des dortigen Militärgerichtes zu Tode und zu unmenschlichen Langzeitstrafen verurteilt worden. Von denen, die anfangs verurteilt wurden, waren sicher manche nicht unschuldig, weil in NS-Verbrechen verstrickt. Aber die Methoden waren von vornherein roh und wie auch später unter Regie des MfS diente die Haftanstalt in der Alfred/Magdalenenstraße zunehmend der strafrechtlichen Verfolgung von Kritikern des nach dem Krieg etablierten undemokratischen Systems.“ so Dr. Christian Booß vom Aufarbeitungsverein Bürgerkomitee 15. Januar e.V..

Die Skulptur soll in Sichtweite des Gründungsgebäudes der Stasi an der Normannenstraße aufgestellt werden. Von dort sind auch die anderen Orte zu sehen, in denen Menschen eingesperrt waren. Neben dem Gefängnis auch der erste Sitz der Stadtkommandantur in der Schottstraße 6 , in deren Keller sich Haftzellen befunden hatten. In der Haftanstalt Magdalenen/Alfredstraße tagten ab 1945 sowjetische Militärtribunale. Allein hier wurden ca. 200 Menschen zum Tode verurteilt. Dass dortige Gericht war ab 1950 aber auch für die anderen SMT-Todesurteile in der ganzen DDR zuständig, wie auch die die im Zusammenhang mit dem Volksaufstand vom 17. Juni ausgesprochen wurden. In Stasi-Regie diente die Haftanstalt als zweite Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums. Während der Haftkomplex in Hohenschönhausen abgeschottet war, wurde in dieser Haftanstalt Anwaltsgespräche, Besuche von diplomatischen Vertretungen und Verwandten abgewickelt. Sie diente auch als erster „Zuführungspunkt“ beim Massenverhaftungen im Herbst 1989.

Der Aufarbeitungsverein Bürgerkomitee 15. Januar e.V., Berlin begrüßt, dass sein Vorschlag, am ehemaligen Stasi-Gelände einen künstlerisch gestalteten Gedenkort zu schaffen, jetzt konkret wird. Der Verein hatte 2018 die geschichtsvergessene Platzgestaltung am Roedeliusplatz kritisiert. Nach einer entsprechenden Presseberichterstattung griff das Bezirksamt Lichtenberg die Idee des Vereines auf. Auf Basis von mehren Forschungsstudien des Aufarbeitungsverein erforschte und diskutierte ein Runder Tisch fast 2 Jahre über die Geschichte und Bedeutung der Orte in der der Nähe des Stasi-Komplexes. Auf dieser Basis lobte der Bezirk Lichtenberg 2020 einen Wettbewerb aus. Für den Runden Tisch, den Wettbewerb und jetzt die Realisierung des ausgewählten Vorschlages, werden sogenannten PMO-Mittel benutzt, u.a. Gelder aus dem beschlagnahmten SED-Vermögen, was sich die Partei auf Kosten der Allgemeinheit angeeignet hatte.

Zu Repressionsorganen am Roedelius Platz und der Diskussionen zu Gedenkort. Mehr....
http://horch-guck.de/7/zum-stasigelaende-in-berlin/default-title-1

Zu den Entwürfen: https://mein.berlin.de/projekte/kunstwettbewerb-gedenk-und-erinnerungsort-roedeliu/

Verantwortlich

Bürgerkomitee 15. Januar e.V.

Autor:

Buergerkomitee 15. Januar e.V. aus Lichtenberg

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