Eine Million für schöneren Park
Bauarbeiten in der Grünanlage zwischen Rathaus und Frankfurter Allee

Am Rathauspark ist derzeit nur vorbeilaufen möglich, durchqueren lässt sich die Grünanlage wegen der Bauarbeiten nicht.
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Die Kreuzung Möllendorffstraße und Frankfurter Allee ist zurzeit von Baugeschehen geprägt. Während direkt an der Ecke das neue Howoge-Hochhaus in den Himmel wächst, wird nebenan im Rathauspark in Bodennähe gearbeitet. Das unscheinbare Grünstück soll künftig viel einladender sein.

Aktuell sperren Zäune die 1,8 Hektar große Grünanlage zwischen Frankfurter Allee, Möllendorff- und Rathausstraße fast vollständig ab. Gehwege sind aufgebrochen, Bauwagen und Container stehen auf den Wiesen, Bagger kurven umher – der kleine Park ist kaum wiederzuerkennen. Für fast eine Million Euro lässt das Bezirksamt die Anlage aufwendig umgestalten. Sie soll einmal mit deutlich mehr Aufenthaltsqualität glänzen und obendrein den lang ersehnten neuen Spielplatz für die kleinen Kiezbewohner bringen. Den Löwenanteil der Gesamtkosten decken Mittel aus dem Programm Stadtumbau Ost, einen kleineren Teil finanziert die Wohnungsbaugesellschaft Howoge. Begonnen haben die Arbeiten im Herbst, erst Ende dieses Jahres sollen sie komplett abgeschlossen sein.

Vorausgegangen waren diverse Beteiligungsrunden mit Anwohnern und Schulklassen. In deren Ergebnis stand unter anderem fest, dass der Rathauspark im südlichen Bereich die erwähnte, rund 230 Quadratmeter große Spielfläche bekommt. In die Anlage mit zeitgemäßer Geräteausstattung werden die vorhandenen Bäume integriert und zusätzlich noch Weidensträucher gepflanzt. Die Wiesen bleiben überwiegend erhalten. Das Grünflächenamt will in einigen Abschnitten robusteren, für trockene Standorte geeigneten Rasen säen – eine Entscheidung, die aus den vergangenen zwei Sommern resultiert.

Bäume bleiben verschont

Der Baumbestand im Park bleibt fast unberührt, weichen müssen kranke Exemplare und ein paar Sträucher, die in den geplanten Spielbereich hineinragen. Wie derzeit gut zu beobachten ist, wird das Wegenetz nicht nur saniert, sondern auch verändert und damit der neu entstandenen Wohnbebauung ringsum angepasst. Die Hauptverbindung quer durch die Grünanlage erhält zudem Laternen, sodass sich der Park künftig auch bei Dunkelheit ohne mulmige Gefühle gut durchqueren lässt.

Das ans Rathaus Lichtenberg grenzende Grünstück war nicht immer ein Park, sondern früher Teil eines schon im 13. Jahrhunderts angelegten Friedhofs. Er reichte einmal bis zur heutigen Ruschestraße. Davon erhalten geblieben ist die Grabanlage von Wilhelmine Loeper, die auf der Liste der Berliner Kulturdenkmäler steht. Der Park entstand erst nach 1923 mit der Auflassung der Ruhestätte. Die Straßen drum herum waren vor dem Zweiten Weltkrieg von Wohnblöcken gesäumt, nach Kriegsende gab es an der Möllendorffstraße nur noch einen.

Weiterhin Gedenkort

Zu DDR-Zeiten, seit den 1960er-Jahren, stand nahe dem Rathaus eine Baracke, in der das Wohnungsamt des Stadtbezirks Lichtenberg unterbracht war. Vor dem Flachbau gab es schon damals Sitzbänke und Blumenbeete.

Im unteren, zur Möllendorffstraße gelegenen Bereich steht die sogenannte Blutmauer. Die Ziegelsteinwand gehörte einst zum Friedhof und ist heute eine Gedenkstätte. Dort wurden bei den Märzkämpfen im Jahr 1919 elf Aufständische und Zivilisten erschossen. Zwei in die Mauer eingelassene Gedenktafeln erinnern an die Ereignisse. Auf der leicht ansteigenden Rasenfläche nebenan ruht seit 1989 die Skulpturengruppe „Erben der Spartakuskämpfer“ der Bildhauerin Emerita Pansowová. Alle Denkmäler im Park bleiben erhalten.

Autor:

Berit Müller aus Lichtenberg

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