Warten auf den Bücherbus
Kulturstadträtin Juliane Witt (Die Linke) wirbt für eine Fahrbibliothek in Marzahn-Hellersdorf

Blick in den Bücherbus von Tempelhof-Schöneberg. 15 Jahre und endlose Diskussionen vergingen, bis sich der Bezirk entschloss, 500 000 Euro für diesen Prototyp auszugeben.
  • Blick in den Bücherbus von Tempelhof-Schöneberg. 15 Jahre und endlose Diskussionen vergingen, bis sich der Bezirk entschloss, 500 000 Euro für diesen Prototyp auszugeben.
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In anderen Berliner Bezirken gehören sie längst zum Bibliotheksangebot dazu, in Marzahn-Hellersdorf gibt es jedoch noch keinen Bücherbus. Kulturstadträtin Juliane Witt (Linke) möchte dies ändern.

Das Konzept für einen Bücherbus liegt bereits vor. Selbst die Haltestellen wurden schon 2015 in das Papier aufgenommen. Aufgrund der Höhe der Kosten wurde das Vorhaben jedoch nicht in den Haushalt 2016/2017 aufgenommen und das Konzept verschwand wieder in der Schublade. „In den Haushaltsverhandlungen konnte ich mich nicht durchsetzen“, erinnert sich Juliane Witt. Dennoch möchte sie bald einen neuen Versuch starten. „Es ist ein wichtiges Projekt, was ich gern unterstütze.“ Allerdings plane sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Vorstoß. Sie beabsichtige, die Finanzierung eines solchen Fahrzeugs für das Haushaltsjahr 2022/2023 anzumelden.

Laut einer Kostenkalkulation müsste der Bezirk allein in einen solchen Bibliotheksbus 500 000 Euro investieren. 140 000 Euro kämen für das Personal dazu. Die Betriebskosten (Kfz-Steuer, TÜV-Gebühren, Wartungskosten, Kraftstoffverbrauch und gegebenenfalls Stellplatz) liegen in anderen Bezirken wie Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Treptow-Köpenick und Steglitz-Zehlendorf, die jeweils einen oder mehrere Bibliotheksbusse betreiben, bei weiteren 6000 bis 10 000 Euro. Viel Geld, das jedoch sinnvoll investiert sein dürfte, da ein Bücherbus vielen Menschen zugutekäme, die weit von der nächstgelegenen Bibliothek entfernt wohnen.

Eine Fahrbibliothek, so wurde 2015 im Konzept erläutert, könne zwischen 25 000 und 60 000 Einwohner versorgen. Gedacht sind Bücherbusse nicht als Bibliotheksersatz, sondern als ergänzendes Angebot. Sie haben mehrere Tausend Medien an Bord, darunter Belletristik und Sachliteratur, Zeitschriften, CDs, DVDs und Blu-rays. Damit würden verschiedene Haltestellen im Bezirk angesteuert, um Bevölkerungsgruppen zu erreichen, die selbst nur einen eingeschränkten Bewegungsradius haben. Dazu zählen beispielsweise Kita-Kinder, Grundschüler sowie ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen.

In Marzahn-Hellersdorf werden als sinnvolle Standorte betrachtet: die Grundschule am Fuchsberg, der S-Bahnhof Biesdorf, der Elsterwerdaer und der Balzerplatz (alle in Biesdorf-Süd), die Ulmen-, Franz-Carl-Achard- und BEST-Sabel-Grundschule in der Wernerstraße sowie Chemnitzer/ Ecke Bergedorfer Straße (Kaulsdorf-Süd), die BEST-Sabel-Grundschule im Erich-Baron-Weg, die Mahlsdorfer und die Kiekemal-Grundschule sowie Hultschiner Damm/ Ecke Kohlisstraße (Mahlsdorf und Mahlsdorf-Süd). Diese würden alle 14 Tage angefahren.

Ob der Bezirk tatsächlich einen Bücherbus bekommen wird, steht noch in den Sternen. Die positiven Erfahrungen aus den anderen Bezirken könnten aber dazu beitragen, dass das Projekt in Zukunft noch einmal Fahrt aufnimmt.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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